Landes-Gedenkstättenstiftung entscheidet über Umgestaltung / Gedenken am 13. April

Gedenkstätte Isenschnibbe: Acht Stunden Beratung angesetzt

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Das Gräberfeld auf der Gedenkstätte Isenschnibbe hat bereits neue Einfassungen erhalten. Doch vieles andere muss noch modernisiert werden. Dafür gibt das Land mehr als drei Millionen Euro aus.

Gardelegen/Magdeburg. Los geht es um 10 Uhr. Angesetzt ist die Beratung bis abends um 18 Uhr.

Ein Tagesprogramm also am heutigen Donnerstag, mit einem wichtigen Thema: Die für mehr als drei Millionen Euro geplante Umgestaltung der Gedenkstätte Isenschnibbe bei Gardelegen. Seit dem vergangenen Jahr ist das Land – in Form der landeseigenen Gedenkstättenstiftung – Träger des Areals, auf dem am 13. April 1945 unmittelbar vor dem Einmarsch der amerikanischen Alliierten 1016 KZ-Häftlinge umgebracht worden waren.

Die heutige nichtöffentliche Beratung in Magdeburg ist ein weiterer wichtiger Schritt hin zu einer modernen Gedenkstätte mit dem Neubau eines Besucher- und Dokumentationszentrums, mit der Neugestaltung der Wege und mit eigens angelegten Parkplätzen für Pkw und Busse – separate Stellplätze gibt es bisher nicht.

Stimmberechtigt sind auch zwei Vertreter aus Gardelegen. Nämlich Bürgermeisterin Mandy Zepig als Mitglied des Stiftungsbeirates und ihr Stellvertreter in diesem Gremium, Klaus-Dieter Schukies, der im Vorstand des Gedenkstätten-Fördervereins arbeitet. Mit dabei ist auch Gardelegens Ordnungsamtsleiterin Birgit Matthies, die sich zwar äußern darf, aber kein Stimmrecht besitzt.

Ein weiterer wichtiger Termin ist, wie in jedem Jahr, der Jahrestag des Feldscheunen-Massakers. Am Mittwoch, 13. April, ist erstmals die Landes-Gedenkstättenstiftung federführend für das Programm zuständig. Vom Ablauf her ändert sich gegenüber den Vorjahren kaum etwas. Mit einer Ausnahme: Die Kranzniederlegung findet diesmal nicht, wie in den vergangenen Jahren, an der Feldscheunen-Mauer statt, sondern am Ehrenfriedhof auf dem Gräberfeld. Die Gedenkstunde beginnt um 17 Uhr. Hauptredner ist Dieter Steinecke, aktuell Präsident des Landtags und auch Landesvorsitzender des Volksbundes deutsche Kriegsgräberfürsorge. Geistliche Beiträge kommen von Gardelegens evangelischem Pfarrer Martin Goetzki, seinem katholischen Amtsbruder Andreas Lorenz sowie von Erzpriester Boris Ustimenko von der russisch-orthodoxen Gemeinde „Allerheiligen“ aus Magdeburg und von Rabbiner Elisha Portnoi von der Jüdischen Gemeinde zu Dessau.

Musikalisch umrahmt wird die Gedenkstunde vom Gardelegener Männerchor Eintracht, dem Posaunenchor Mieste sowie vom Männergesangverein Letzlingen.

Von Stefan Schmidt

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