Kloster Neuendorf muss mit den Folgen der umfangreichen Bauarbeiten auf der B 188 leben

Das abgeschnittene Dorf

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Die Kreuzung in der Dorfmitte kann von den Bewohnern noch befahren werden. Bald ist aber auch sie komplett dicht.

Kloster Neuendorf. Er kam mit der Familie gerade frisch aus dem Urlaub zurück und lag im Bett. Frühmorgens wachte Andreas Höppner, der Ortsbürgermeister von Kloster Neuendorf, auf. Und wunderte sich. „Irgendwas fehlt“, stellte er fest.

Und merkte bald: Der Lärm fehlt. Das Donnern der durchrauschenden Lastwagen auf der Bundesstraße 188. Die ist seit dem 28. Juni gesperrt, weil die Fahrbahndecke erneuert wird. Höppner, der in einer Nebenstraße der Ortsdurchfahrt wohnt, hat den Beginn der Bauarbeiten nicht vor Ort erlebt, er befand sich im Urlaub.

Seit diesem 28. Juni herrscht Ruhe in Kloster Neuendorf. Mit Ausnahme der Baufahrzeuge gibt es praktisch keinen Verkehr mehr. Überhaupt, so der Ortsbürgermeister, würden die meisten Einwohner die Arbeiten positiv sehen. „Wir erhoffen uns nach der Fertigstellung eine bessere Fahrbahn und dadurch weniger Geräusche“, fasst er die Hoffnungen vor allem der Anlieger direkt an der B 188 zusammen.

Kloster Neuendorfs Ortsbürgermeister Andreas Höppner mit dem selbst verfassten Abarbeitungszettel. „Denn manches muss dann doch hin und wieder geklärt werden“, sagt er.

Ein Problem gebe es aber noch, das gelöst werden müsse. Denn die Linienbusse können Kloster Neuendorf nicht anfahren. Sie halten stattdessen am Wohngebiet Kellerberge, etwa einen Kilometer westlich des Ortes. Wenn die Sommerferien beendet sind und die Schule wieder losgeht, müssten die Kloster Neuendorfer Schüler dort einsteigen. Der Weg dorthin sei vielen Eltern aber zu weit, „vor allem, wenn man am Ortsausgang in Richtung Jävenitz wohnt“, zeigt Andreas Höppner Verständnis für die Sorgen der Eltern. Die Kinder müssten darüber hinaus auf dem Weg zur Bushaltestelle mitten durch die Baustelle gehen. „Es handelt sich ja nur um ein paar Wochen“, erinnert er an den geplanten Abschluss der Bauarbeiten, der für Ende August angepeilt wird. Möglicherweise könne man einen Kleinbus über die Zienauer Straße fahren lassen, um die Kinder nach Gardelegen zur Schule zu bringen, lautet sein Vorschlag, den er noch vorbringen will.

Weniger problematisch ist der Kita-Alltag. „Unsere Kinder kommen aus dem Ort oder aus dem Wohngebiet Kellerberge“, weiß der Ortsbürgermeister. Sie kämen zu Fuß zur Einrichtung oder würden, mit einem kleinen Umweg, über Zienau gebracht. „Für die zwei Monate Bauzeit sollte das praktikabel sein“, erklärt Höppner.

Probleme gibt es regelmäßig mit Autofahrern – vor allem Brummi-Fahrern – die die Umleitung und Sperren ignorieren und einfach in die Baustelle hineinfahren. „Das passiert hier täglich“, weiß Höppner. Erst vor wenigen Tagen habe sich ein ausländischer Lkw festgefahren, der Fahrer musste sein Gefährt eigenhändig freischippen, „niemand hat ihm geholfen“, sagt Höppner. Was er nur konsequent fand. „Denn wer glaubt, hier trotzdem durchfahren zu können, dem ist nun wirklich nicht zu helfen“ – im wörtlichen Sinne.

Im Ort selbst kann man derzeit noch die Kreuzung am Dorfplatz von Süd nach Nord passieren. „Aber wenn die Rinne gelegt wird, ist da auch drei Wochen lang alles dicht“, so Höppner, der die Zusammenarbeit mit den Baufirmen ausdrücklich lobt.

Für diese drei Wochen teilt die Großbaustelle auf der Bundesstraße 188 Kloster Neuendorf dann endgültig in zwei Hälften.

Von Stefan Schmidt

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