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Michael Ziche: „Erinnern tut weh“

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Von: Stefan Schmidt

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Menschengruppe mit Kränzen
Kranzniederlegung am Gräberfeld. © Stefan Schmidt

Auf der Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe gab es am Donnerstag eine Gedenkveranstaltung.

Gardelegen – Am Donnerstag vor 77 Jahren wurde das KZ Auschwitz von der Roten Armee befreit. Dieser 27. Januar ist seit 1996 der „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“, ausgerufen vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog. Auch auf der Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe bei Gardelegen, wo am 13. April 1945 mehr als 1000 KZ-Häftlinge ermordet wurden, gab es aus diesem Anlass eine Gedenkveranstaltung. Hauptredner gestern Nachmittag war Landrat Michael Ziche.

„Erinnern tut weh“, erklärte Ziche in seiner Ansprache. Dieser Umstand sei aber „unverzichtbar“. Der Landrat erwähnte, dass seit Wochen Menschen auf so genannten „Spaziergängen“ gegen eine „Corona-Diktatur“ protestieren würden und sogar Davidsterne mit der Aufschrift „Ungeimpft“ tragen würden – eine Verhöhnung der Opfer aus der NS-Zeit und ein nicht zu tolerierendes Geschichtsbild, wie Ziche erklärte. Er erwähnte auch die „verbale Verrohung“ und „Radikalisierung“ in der heutigen Gesellschaft, die immer mehr um sich greife und gegen die man gemeinsam angehen müsse.

Weitere Wortbeiträge kamen von Gardelegens Gedenkstättenleiter Andreas Froese („Es gibt den Schlussstrich, den manche ziehen wollen, nicht“) und Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Schumacher.

Zu Beginn der Gedenkveranstaltung, zu der 70 Personen gekommen waren, gab es Kranzniederlegungen vor dem Gedenkstein am Gräberfeld.

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