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Sexuelle Fotos veröffentlicht: Mann (45) steht vor dem Gardelegener Amtsgericht

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Von: Ina Tschakyrow

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Das Amtsgericht Gardelegen
Derzeit steht ein Mann vor Gericht, der Fotos einer Frau im Internet auf Pornoseiten veröffentlicht hat. © Stefan Schmidt

Fotomontagen von einer Frau mit sexuellen Inhalten sowie Name und Adresse hat ein 45-Jähriger aus der Gardelegener Einheitsgemeinde auf Pornoseiten verbreitet. Deswegen steht der Mann nun vor Gericht.

Gardelegen – Mehrere Fotomontagen, auf denen das Gesicht einer Frau aus der Gardelegener Einheitsgemeinde abgebildet ist, und darunter Aufnahmen von entblößten weiblichen Geschlechtsorganen von anderen unbekannten Frauen, die teilweise den Eindruck von sexuellen Handlungen vermitteln, veröffentlichte ein 45-jähriger Mann aus einem Ortsteil der Gardelegener Einheitsgemeinde auf pornografischen Internetseiten.

Der Mann schrieb dazu den vollständigen Namen der Frau, nannte die Adresse ihrer Arbeitsstelle und forderte, indem er sich als die Geschädigte ausgab, dazu auf, sie „nach der Arbeit abzufangen, ins Auto oder in den Wald zu zerren“ und dort mit ihr Geschlechtsverkehr zu haben und das auch zu fotografieren oder zu filmen. Deswegen und wegen weiterer solcher Straftaten stand der 45-Jährige am Donnerstag vor dem Schöffengericht im Gardelegener Amtsgericht.

Diese Straftaten soll der Angeklagte im Mai dieses Jahres begangen haben. Er selbst machte von seinem Schweigerecht Gebrauch und äußerte sich nicht zu der Anklage.

Aufforderungen zu Geschlechtsverkehr

Laut dieser habe der 45-Jährige, der sich derzeit in Untersuchungshaft befindet, mehrere Fotomontagen auf pornografischen Internetseiten von der Frau veröffentlicht. Über einen Link auf diesen Internetseiten gelangten Nutzer zudem zu weiterem Bildmaterial von der Geschädigten sowie weiblichen Genitalien und Fotos, die sexuelle Handlungen zeigten. Mehrfach forderte der Angeklagte zu Geschlechtsverkehr mit der Geschädigten im Internet auf.

Wegen dieser Straftaten ist die Frau aus der Gardelegener Einheitsgemeinde in der „öffentlichen Meinung beeinträchtigt“, ihre „Ehre wurde verletzt“, erklärte die Staatsanwältin. Die Frau habe Albträume, „geht im Dunkeln nicht raus“, bekomme „Herzrasen und schweißnasse Hände“, wenn sie „allein auf der Straße ist“, habe immer Pfefferspray dabei, könne nachts nicht schlafen und habe „Angst vor Übergriffen“, fuhr die Staatsanwältin fort und ergänzte, dass die Frau auch ihre Tochter nicht mehr allein zur Schule oder wieder nach Hause gehen lasse.

Wegen dergleichen Straftaten früher schon vor Gericht

Es gab bereits ein Verfahren wegen der gleichen Straftaten gegen den Mann, an dem der geladene Zeuge, ein 37-jähriger Polizist, beteiligt war. Dieser informierte, nachdem der Angeklagte am 28. April „wieder auf freiem Fuß war“, sich sofort ein Tablet gekauft habe, wofür es entsprechende Unterlagen gibt. Nachdem die Geschädigte herausfand, dass der Angeklagte eine Bewährungsstrafe erhielt, hatte sie „Angst, dass der Angeklagte dieselben Straftaten wieder begeht“ und recherchierte im Internet, wobei sie „sich auf einer Pornoseite“ fand, ebenso den Link zu weiteren Fotomontagen. Am 13. Mai fand eine Durchsuchung beim Angeklagten statt, bei dem ein Tablet und ein WLAN-Router sichergestellt wurden.

Auswertung der Daten

Anfragen wurden an die Betreiber der pornografischen Internetseiten gestellt, da der Accountname, unter dem die Fotomontagen erschienen sind, sowie der Username, der diese veröffentlicht hat, bereits aus dem vorherigen Verfahren bekannt waren. Der Account- und Username konnten über dafür hinterlegte E-Mail-Adressen auf den Angeklagten zurückgeführt werden. Ebenso konnte mit der Auswertung des WLAN-Routers festgestellt werden, wann der 45-Jährige mit seinem Tablet im Internet war. Über die IP-Adressen, die Geräte wie Tablets haben und die anzeigen, an welchem Standort sich ein Gerät befindet, wurde deutlich, dass es sich um die Geräte des Angeklagten handelt, mit denen die Inhalte auf den Internetseiten hochgeladen wurden. Auf diesen finden sich zudem bei einer Fotocollage, die eine Kommentarfunktion hat, Daten, wann Fotomontagen veröffentlicht wurden, die über weitere Auswertungen auch dem Angeklagten zugewiesen werden konnten.

Die Gerichtsverhandlung wird am Mittwoch, 9. November, fortgesetzt. An diesem Tag wird eine weitere Zeugin gehört.

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