41-jähriger Gardelegener wurde beim Klauen erwischt

„Ich klaute, wenn ich besoffen war“

 41-jähriger Gardelegener wurde mehrmals beim Klauen erwischt. Er erhielt eine Bewährungsstrafe.
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41-jähriger Gardelegener wurde mehrmals beim Klauen erwischt. Er erhielt eine Bewährungsstrafe.
  • vonLina Wüstenberg
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Ein 41-jähriger Mann aus Gardelegen wurde mehrmals beim Klauen erwischt. Bei der einen Tat war er auch stark alkoholisiert. Er hielt eine Bewährungsstrafe.

Gardelegen – Ein 41-jähriger Gardelegener stand am gestrigen Dienstag vor dem Gardelegener Amtsgericht. Er soll am 27. Dezember des vergangenen Jahres in einem Gardelegener Supermarkt Haargel und Aftershave im Wert von 3,88 Euro geklaut haben. Bei der Tat hatte er einen Blutalkoholwert von 3,37 Promille.

„Ja, ich habe geklaut“, gab der Angeklagte zu. Richter Axel Bormann wollte wissen, warum er geklaut hat. „Ich habe gesoffen“, so der Gardelegener. Daraufhin rief Richter Axel Bormann den 21-jährigen Zeugen in den Zeugenstand. Er arbeitet in dem besagten Supermarkt. Der Richter fragte: „Können Sie sich noch erinnern, was an diesem Tag passiert ist?“ Dies bejahte der 31-Jährige. „Der Angeklagte kommt öfter bei uns einkaufen. Ich wurde an diesem Tag von einer Kollegin gerufen. Sie hatte bei ihm die Gegenstände in der Tasche gesehen, als der Angeklagte andere Waren bezahlen wollte“, erinnerte sich der Zeuge. Auf die Frage des Richters, wie der Angeklagte auf ihn gewirkt habe, antwortete der 31-Jährige: „Er war verwirrt und klagte über Rückenschmerzen.“ Der Zeuge sollte dann beschreiben, wo sich die zwei Sachen befanden. „Sie waren in der rechten Innentasche der Jacke“, erklärte er. Bevor der Zeuge entlassen wurde, wollte der Staatsanwalt wissen, wie viel die Sachen, die der Angeklagte bezahlen wollte, gekostet haben. „Das war schon eine Menge. Insgesamt waren es um die 80 Euro“, so der Zeuge.

„Mir liegt auch eine zweite Anklage vor. Am 12. September des vergangenen Jahres haben Sie in einem anderen Supermarkt Wodka im Wert von 7,75 Euro geklaut“, sagte Richter Bormann und ergänzte, dass der Angeklagte bei der Tat Wasser und Kekse bezahlen wollte. „Ich klaute nur, wenn ich besoffen war“, so der Angeklagte und fuhr fort: „Ich bin seit einem Monat in Behandlung und seitdem habe ich auch nichts mehr getrunken.“

In der Vergangenheit wurde der 41-Jährige wegen verschiedener kleiner Delikte zu Geldstrafen verurteilt. Seit dem 26. Juli 2019 ist er auch auf Bewährung. „Dennoch habe Sie wieder geklaut“, ermahnte der Richter. Anschließend verlas der Staatsanwalt sein Plädoyer: „Dem Angeklagten ist zu Gute zu halten, dass er geständig ist. Aber trotz der Bewährung hat er wieder geklaut. Deswegen halte ich für die Tat vom 27. Dezember des vergangenen Jahres zwei Monate für ausreichend und für die Tat vom 12. September des vergangenen Jahres fordere ich vier Monate. So komme ich auf eine Gesamtstrafe von fünf Monaten auf Bewährung, weil ich für Sie eine günstige Sozialprognose sehe. Aber sehen Sie es auch als einen Warnschuss.“

Richter Axel Bormann ging bei seinem Urteil mit dem vom Staatsanwalt geforderten Strafmaß überein. Der Angeklagte erhielt eine Strafe von fünf Monaten, die aber zur Bewährung ausgesetzt wurde. „Man darf nicht klauen. Auch wenn Sie jedes Mal getrunken haben, macht es Ihre Taten nicht besser. Es ist ganz wichtig, dass Sie in den nächsten drei Jahren straffrei bleiben.“

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