Lindstedter fordern wegen Umleitung Verkehrsänderungen / Verkehrsaufkommen wird beobachtet

„30er Zone im gesamten Ort“?

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Die Verkehrsregelung an der Kreuzung Holzhausener Straße / Kassiecker Straße wird laut Einwohnern aus Lindstedt von ortsunkundigen Fahrern missachtet. Laut Kreis-Pressesprecherin Amanda Hasenfusz sei ein Vorfahrtszeichen „deutlich sichtbar“.

Lindstedt. Etliche Lastwagen und Autos müssen durch Lindstedt fahren. Grund dafür ist die U3, die Umleitung, die Fahrer wegen der Sperrung der Bundesstraße 188 in Kloster Neuendorf nutzen müssen und die sie über die Ortschaften Hemstedt, Kassieck und auch Lindstedt führt.

Und dadurch gebe es „ein erhebliches Verkehrsaufkommen“, wie besorgte Familien aus Lindstedt an die Zuständigen per E-Mail mitteilen.

Das führe dazu, so die Einwohner weiter, dass ortsunkundige Verkehrsteilnehmer die Vorfahrtsregelungen nicht beachten, wie beispielsweise an der Kreuzung Holzhausener Straße / Kassiecker Straße. „Die Umleitung aus Richtung Jävenitz kommend wird als abbiegende Vorfahrtsstraße gesehen.“ In diesem Bereich der Kreuzung stehe laut Amanda Hasenfusz, Pressesprecherin des Altmarkkreises Salzwedel, „deutlich sichtbar für den Kraftfahrer ein Vorfahrtszeichen“ – die Ortschaft wurde durch Mitarbeiter des Ordnungsamtes mehrfach befahren. So sei die Kreuzung „aus dieser Fahrtrichtung gut einsehbar, sodass die Aufstellung eines Stoppschildes nicht erforderlich ist“. Denn die Verfasser der E-Mail fordern, „etwas an den Verkehrszeichen zu ändern“ und so die Vorfahrtsregelungen an der Kreuzung hervorzuheben. Doch ein Stoppschild würde dazu führen, dass „durch das Anhalten und anschließende Anfahren zusätzliche Verkehrsgeräusche entstehen“, teilt Amanda Hasenfusz auf Anfrage weiter mit.

Ein weiteres Problem neben dem erhöhten Lärmpegel wegen der Lastwagen sei, dass Kinder, die auf den Lindstedter Spielplatz wollen, die Kassiecker Straße – über die Hauptstraße führt auch der Weg zur Kindertagesstätte, zum Hort und zum Friedhof – überqueren müssen. Das ist aber „so gut wie nicht möglich“, so die besorgten Familien. Das Gefahrzeichen „Kinder“ befinde sich laut der Pressesprecherin aber beidseitig im Bereich der Bushaltestelle, „und damit ist jeder Kraftfahrer gefordert, seine Geschwindigkeit (maximal 30 km/h) anzupassen“ und Bremsbereitschaft herzustellen, „da jederzeit mit Kindern zu rechnen ist“.

Dennoch fordern die Schreiber der E-Mail eine „30er Zone im gesamten Ort“. Dazu gibt es auch eine Petition, die bereits über 30 Unterschriften für „eine sofortige Geschwindigkeitsbegrenzung“ wegen „extremem Lärm und extremer Erschütterungsbelastung“ enthält.

Die Herabsetzung des Tempos auf Umleitungsstrecken ist aber „ausschließlich nach Maßgabe der Voraussetzungen des § 45 Abs. 9 StVO zulässig“, so Amanda Hasenfusz. Also wenn dies aufgrund besonderer Umstände zwingend erforderlich ist oder wegen örtlicher Verhältnisse eine Gefahrenlage besteht. Bislang liegen der Polizei, die dies überprüft, aber keine Hinweise über eine besondere Gefahrenlage oder ein erhöhtes Unfallgeschehen vor, wie Amanda Hasenfusz erklärt. „Sollten Hinweise hierzu eingehen, werden kurzfristig die dann erforderlichen Maßnahmen eingeleitet“, so die Pressesprecherin.

Neben der verstärkten Präsenz der Polizei werden auch Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Diese Maßnahme haben auch die Lindstedter gefordert, denn laut ihrer E-Mail halte sich „kaum jemand an die vorgegebenen 50 km/h“.

Auch wird das Verkehrsaufkommen in Lindstedt, „um dem subjektiven Empfinden der Einwohner Rechnung zu tragen“, laut der Pressesprecherin weiter beobachtet. Dazu sollen auch die tatsächlichen Verkehrszahlen auf der Umleitungsstrecke in Lindstedt vom Landesbetrieb Bau ermittelt werden.

Von Ina Tschakyrow

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