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Gardelegen schrumpft einmal um Potzehne

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Von: Stefan Schmidt

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Die Einwohnerzahl von Gardelegen ist leicht rückläufig © Stefan Schmidt

Die Einwohnerzahl von Gardelegen ist leicht rückläufig.

Gardelegen – Der Trend hält an: Die Bevölkerungszahl im Gardelegener Stadtgebiet ist rückläufig. Der Einwohnerschwund hält sich aber seit mehreren Jahren, entgegen manch düsterer vergangener Prognosen des Statistischen Landesamtes, in Grenzen. Für den Stichtag 1. Januar 2022, also zum Jahreswechsel, bedeutet dies laut den Zahlen, die der Gardelegener Stadtverwaltung seit wenigen Tagen vorliegen: Im Vergleich zum Vorjahr leben 167 Menschen weniger in den 50 Ortsteilen der flächenmäßig drittgrößten Kommune Deutschlands. Das entspricht fast genau der Einwohnerzahl von Potzehne, die aktuell bei 169 liegt

Zum Jahreswechsel lebten somit 22.339 Menschen im Gardelegner Stadtgebiet. Die meisten davon im Ortsteil Gardelegen, also in der Kernstadt. Dort sind 9.895 Einwohner und somit 51 weniger gemeldet als ein Jahr zuvor. Dies ist ein eher minimaler Rückgang um 0,52 Prozent.

Den höchsten prozentualen Rückgang verzeichnet das kleine Lindstedterhorst mit seinen derzeit 75 Bewohnern – sechs weniger als Anfang 2021. Das bedeutet einen Rückgang um 8,0 Prozent. Auf Platz zwei der Negativ-Einwohnerentwicklung liegt Parleib mit minus 6,7 Prozent, gefolgt von Tarnefitz mit minus 6,2 Prozent. Insgesamt verzeichnen 34 der 50 Ortsteile einen – wenn auch meist nur sehr geringen – Rückgang der Einwohner. In fünf Dörfern – Jeggau, Taterberg, Theerhütte, Wannefeld und Wollenhagen – ist die Einwohnerzahl unverändert geblieben.

Immerhin: Elf Dörfer verzeichnen einen Anstieg ihrer Bevölkerungszahl. An der Spitze steht dabei mit einem Plus von 7,7 Prozent Polvitz, wo es das Kinder- und Jugendheim gibt, deren Bewohner dort während ihres Aufenthaltes behördlich gemeldet sind. Platz zwei belegt Seethen (mit Lotsche) mit einem Anstieg um 5,1 Prozent, gefolgt von Sachau (plus 4,1 Prozent). Auffällig ist auch, dass es in Estedt zehn Bewohner mehr gibt als vor Jahresfrist, was mutmaßlich mit dem neuen Baugebiet im Nordwesten des Ortes zu tun hat.

Im mit großem Abstand bevölkerungsreichsten Ortsteil des Stadtgebietes, nämlich in Gardelegen, lebt mit 9.895 Menschen fast die Hälfte der Gesamtbevölkerung, nämlich 44,29 Prozent. Größtes Dorf ist und bleibt Mieste mit aktuell 1904 Einwohnern, gefolgt von Letzlingen mit 1410 Menschen.

Das war es dann auch mit Orten mit einer vierstelligen Bevölkerungszahl. Danach folgen Jävenitz mit 894 Menschen – damit liegt Jävenitz erstmals unter 900 Einwohnern – , gefolgt von Miesterhorst (605), Solpke (506) und Kloster Neuendorf, wo 394 Menschen und damit erstmals weniger als 400 Personen wohnen.

Dem gegenüber stehen die kleinsten Ortsteile. Den letzten Platz „verteidigt“ hat das 16-Seelen-Dorf Taterberg, wo die Einwohnerzahl stabil geblieben ist. An vorletzter Stelle rangiert Eigenthum, wo 19 Menschen leben, gefolgt von Kahnstieg im Drömling mit 20 Bewohnern.

Insgesamt verzeichnet laut der aktuellen Statistik in etwa jeder vierte Ortsteil im Gardelegener Stadtgebiet, nämlich 14 von 50, weniger als 100 Einwohner.

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