Wirt Wilfried Dommel sammelt Ausgefallenes in seiner Gerichtslaube in Bismark

Zwischen Mützen und Trucks

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An der Decke hängen die zahlreichen Schirmmützen über dem Tresen. An der Wand dahinter die Trucks. Wilfried Dommel hat verschiedene Sammelleidenschaften, die er in der Gerichtslaube auslebt.

Bismark. Wer zu Glanzzeiten von Michael Schumacher in der Formel 1 Rennsportgeschichte die Bismarker Gerichtslaube betrat, wurde von einer mannshohen Pappfigur des Fahrers begrüßt.

Der Wirt der Gerichtslaube, Wilfried Dommel, findet für das Verschwinden der Pappfigur von Michael Schumacher eine einfache Erklärung: „Da gab es noch einen größeren Fan, der verrückt nach der Pappnachbildung des Rennfahrers war“. Geblieben ist Dommel seine Begeisterung für diese Rennsportart. Vor Jahren habe ihn das Flair einer solchen Veranstaltung fasziniert. „Ein Rennen live zu erleben“, kann laut Dommel durch nichts ersetzt werden, denn diese Atmosphäre sei kribbelig und unvergleichlich. Wenn es die Möglichkeit erlaubt, nutzt er den Besuch einer Massenveranstaltung, das könne aber nur die Ausnahme sein. So sitzt er dann in der Regel mit den Stammgästen, die ebenfalls Interesse an dieser Sportart zeigen (manchmal hat er bis zu 30 Gäste) vor dem Breitwandfernseher in der Gerichtslaube. Das kann dann unter Umständen schon mal zu einer „langen Nacht“ werden.

Verbunden mit dem Interesse für Autorennen ist auch die Sammelleidenschaft für Trucks in Miniformat. Dabei haben Modelle von den Getränkefirmen und Bundesligavereinen Vorrang. Zu einer weiteren Sammlerleidenschaft von Wilfried Dommel gehören Basecaps. Eine Admiralsmütze hat unter den etwa 150 Mützen ihren Ehrenplatz. Dabei wirken die aufgehängten Basekaps wie ein Mützenhimmel über dem Schankraum der Gaststätte.

Neueste Leidenschaft ist das Sammeln von Schlüsselbändern. Aufgereiht hängen etwa 200 dieser Exemplare über dem hölzernen Tresen. Eine bestimmte Sammlerrichtung gibt es hier nicht, diese Sammlerstücke stammen alle aus verschiedenen Regionen. Angefangen hat diese Sammlerserie mit einem Schlüsselband-Exemplar von der Bundeswehr.

Sammlungen, wohin

der Gast schaut

Am Eingangsbereich zu seiner Gaststätte hat sich ein weiteres Sammleridyll etabliert. Werbeschilder aus Blech, in der Regel aus dem Gaststättenbereich zieren hier die Seitenwand. Prachtstück dieser Sammleretappe ist allerdings die Darstellung eines Trabis mit sichtbaren Details des ehemaligen DDR-Autos. Doch damit nicht genug der Sammlungen. Im Gastraum wartet eine weitere Attraktion. Eine „Traditionsecke“ der Bismarker Blasmusikanten erinnert an Gemeinsamkeiten mit dem „Lastroper Karnevalsverein“. Für die verschiedenen Stücke seiner Sammlungen hat Dommel übrigens nichts bezahlen müssen. Entweder waren Werbegeschenke von Firmen oder Gästen, die den Wirt der Gerichtslaube beschenkten. Alle mitgebrachten kleinen Präsente erhielten einen würdigen Platz in den jeweiligen Sammlungen. Eine untergeordnete Rolle spielt der Sammlerwert für Dommel. Wichtig ist nur, dass es ausgefallene Objekte sind.

Von Paul Schaper

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