Lang ersehnter Radwegebau startet

Zwischen Bismark und Hohenwulsch: Pedalritter erobern alte Bahntrasse

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Aufbruch: Die alte Bahnlinie wird von den Baustoffen befreit, die für den Radweg nicht gebraucht werden.

Bismark – „Das läuft.“ Annegret Schwarz atmet durch, dieses Projekt bereitet ihr keine Sorgen. Der lang ersehnte Fahrradweg zwischen Bismark und Hohenwulsch wird gebaut. Die Piste wird nicht zuletzt auf einer alten Bahntrasse entlang der Kreisstraße 1069 verlaufen.

„Der Eigentümer beräumt schon die Strecke. “ Und vom Bauvorhaben der Einheitsgemeinde künden bereits Schilder. Offizieller Start sei voraussichtlich der 23. August. „Die Arbeit am Schreibtisch hat sich gelohnt, nun geht es los“, sagt die Bürgermeisterin im AZ-Gespräch.

Im Frühjahr hatte es die Stadt schwarz auf weiß. Das Landesverwaltungsamt in Halle schickte Post. Fördermittel in Höhe von etwa 731 000 Euro sollten in die Ostaltmark fließen und insgesamt 812 000 Euro verbaut werden. Für den Rest der Summe greift die Kommune in die eigene Tasche. Allerdings gehen die Verantwortlichen mittlerweile von höheren Kosten aus. „Wir mussten einen Ergänzungsantrag stellen. Es kommen insgesamt noch einmal circa 20 000 Euro drauf, unser Eigenanteil steigt um gut 4000 Euro.“

Eines der Bauschilder hinter dem Ortsschild.

Davon will sich die CDU-Frau nicht die gute Laune verderben lassen, zumal momentan fast überall in Deutschland mit steigenden Baukosten zu rechnen sei. „Wobei ich in diesem Fall einfach auch einmal die Zusammenarbeit mit dem Land loben muss.“ Der Fahrradweg wird von der erst vor wenigen Monaten aufgewerteten Bahn-Schnittstelle Hohenwulsch hinein in den Ort führen und in die andere Richtung nach Bismark. „Auf einem separaten Weg entlang der Straße leben die Radler einfach sicherer.“

Die K 1069 gilt als kräftig befahren. Bislang müssen Pedaltreter diese Piste zwischen Kernstadt und Ortschaft nehmen. Für dieses Projekt in Teilen und für einen noch geplanten späteren größeren Wurf, einen Radweg von Bismark nach Kalbe, wird eine frühere Bahntrasse genutzt. Natürlich sei der Boden nach möglichen Schadstoffen untersucht worden. Das Ergebnis: Die Arbeiten können beginnen. Spätestens im Herbst nächsten Jahres soll der annähernd drei Kilometer lange Radweg fertig sein.

Die Gespräche mit dem Eigentümer der ausrangierten Bahnstrecke, einem Thüringer, seien damals konstruktiv verlaufen, betont die Bürgermeisterin noch einmal. Ins Detail möchte sie auch diesmal nicht gehen. Inwieweit das die weiteren Pläne für das Bismark-Kalbe-Projekt (die AZ berichtete) vorantreibt, muss sich zeigen. Schwarz hält die Radwege-Projekte für bedeutsam, es gehe um kürzere Wege, Vernetzung und die weitere touristische Entwicklung eines Gebietes, das in zwei Landkreisen liege.

Bei Hohenwulsch existiert ein viel genutzter Bahnhaltepunkt. Für die Gegend wichtige Buslinien haben dort auch ihren festen Stopp. Park- und Zufahrtsmöglichkeiten für Pkw sind erst vor Kurzem im Zuge des sogenannten Schnittstellenprogramms zwischen Straße und Schiene ausgebaut worden. Die Modernisierung des Haltepunktes Hohenwulsch kostete insgesamt mehr als eine halbe Million Euro. 80 Prozent davon bezahlte das Land, den Rest der Rechnung teilten sich der Landkreis und die Stadt.

VON MARCO HERTZFELD  

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