Zweistöckiger Kampfrichterturm entsteht

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Verena Schlüsselburg überreicht Wilhelm Abel den Fördermittelbescheid für den neuen Kampfrichterturm, dessen erste Etage in den Grundmauern schon steht.

Schorstedt. „Wir haben seit Jahren darauf hingearbeitet, aber mussten es doch immer wieder nach hinten schieben. Ich hätte gar nicht mehr zu hoffen gewagt, dass das noch klappt.“ Schorstedts Ortsbürgermeisterin Roswitha Schmalenberg freut sich sichtlich darüber, dass an der Motocross-Strecke des Ortes für 40 000 Euro ein neuer Kampfrichterturm entsteht. Leader stellt dafür 24 500 Euro zur Verfügung. Die Mittel stammen aus dem europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes. Die Eigenmittel in Höhe von 15 500 Euro hat die Einheitsgemeinde Bismark im diesjährigen Haushalt mit eingeplant.

Gestern übergaben die Vorsitzende der Lokalen Aktionsgruppe Mittlere Altmark, Verena Schlüsselburg, und der Leader-Manager Dr. Wolfgang Bock den Fördermittelbescheid an die Ortsbürgermeisterin, den Sportvereinsvorsitzenden Otto Strauer sowie an den Verantwortlichen der Motocross-Abteilung, Wilhelm Abel. Vor einigen Tagen haben die Bauarbeiten bereits begonnen, die Wände des Erdgeschosses des Kampfrichterturms stehen bereits. Die zweite Etage wird in den nächsten Tagen drankommen, wo auch später die Computertechnik der Preisrichter während der Wettkämpfe stationiert werden soll. Unten findet dann die Fahrerannahme statt.

„Trotz Haushaltskonsolidierung sollte man gewisse Dinge auf den Weg bringen“, erklärte Schlüsselburg, schließlich sei Schorstedt eines der sportlichsten Dörfer und habe auch durch die Motocross-Abteilung eine überregionale Ausstrahlung. Am 4. September gehen in Schorstedt auch die Landesmeisterschaften über die Bühne. Bis dahin soll der Kampfrichterturm fertig gestellt sein. Bislang sei bei solch großen Wettkämpfen immer improvisiert worden. Der jetzige Turm bot keinerlei Möglichkeiten für ordentliche technische Vernetzung und so gab es auch immer Wagen und Stand, berichtete Wilhelm Abel. Rund 250 Fahrer plus Anhang kommen ungefähr immer zu den Landesmeisterschaften, dazu noch die Zuschauer. Ein großes Spektakel. 1976 habe alles an der Schweineweide angefangen, so Vorsitzender Strauer, dann stellte ein Landwirt den Motocrossern Flächen zur Verfügung. Doch als das auch nicht mehr ging, wurde der alte Fußballplatz umfunktioniert. Und so wurde die Abteilung Motocross peu à peu aufgebaut. Erst war zwar die Strecke noch zu kurz für Landesmeisterschaften, doch momentan hat sie eine Länge von gut 1500 Metern, rundrum befinden sich die Parkplätze.

Besonders loben wollte Strauer auch die beiden Söhne von Abel: Marcel und Matthias. Sie hätten gefühlte tausend Stunden damit verbracht, die Anlage mit in Schuss zu halten. Um den Nachwuchs muss sich die Abteilung wohl auch keine Gedanken machen, wo doch bereits die Enkel von Wilhelm Abel auf ihren Crossmaschinen sitzen und ihre Runden drehen. Auch Mädchen sind auf der Strecke häufig zu sehen. Mit dem vollendeten sechsten Lebensjahr dürfen junge Motocrosser starten, erklärte Abel. Wenn gerade keine Meisterschaften anstehen, werden in Schorstedt Trainings- und Einstellfahrten vorgenommen. Auch Laien können sich jederzeit zum Befahren der Strecke anmelden, wenn sie eine eigene Maschine besitzen. Ausleihen kann man sich dort allerdings keine.

Von Bianca Lange

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