Stadt muss sich in Geduld üben

Zeitplan für Kläden nicht zu halten: Turnhallen-Umbau bleibt hängen

+
Von den Jahrzehnten gezeichnet: Die 1978 errichtete Turnhalle hat ihre besten Zeiten hinter sich.

Kläden – Die Bürgermeisterin muss einen Gang tiefer schalten. So schnell wird die Sporthalle in Kläden nicht saniert. Dabei hatte Annegret Schwarz doch so aufs Tempo gedrückt. Allerdings: „Es fehlten die Angebote, Leistungen mussten neu ausgeschrieben werden."

Die CDU-Frau ist vorsichtiger geworden. Noch 2019 soll es losgehen, möglichst im September oder Oktober.

„Wir werden aber nicht alles in diesem Jahr fertig bekommen. Es war ein zu sportlicher Zeitplan. “ Was nicht darunter leiden soll, sind Veranstaltungen wie die Geflügelausstellung zum Adventsmarkt, die auch traditionell in dem Gebäude stattfinden. „Die Schau kann über die Bühne gehen, egal, wie weit die Bauarbeiten sein werden“, verspricht Schwarz im AZ-Gespräch.

Sie ist schmuddelig und abgestoßen, einen Schönheitspreis gewinnt die Halle nicht. Sie ist ein typisches DDR-Kind und in die Jahre gekommen. Errichtet wurde der Bau vor mehr als vier Jahrzehnten. Allzu viel wurde bislang nicht gemacht, nun kann größeres Besteck eingesetzt werden. Europäisches Geld hilft entscheidend. Die Einheitsgemeinde Bismark profitiert von Sachsen-Anhalts Förderprogramm Stark III plus EFRE (regionale Entwicklung). Zur Erinnerung: Ursprünglich sollte es zwei Bauabschnitte geben. Der besseren Chancen wegen goss die Leader-Gruppe Mittlere Altmark alles in einen neuen Antrag. 356 000 Euro Fördergeld sollten fließen, der Anteil der Kommune steht bei rund 39 600 Euro.

Der Bescheid der Investitionsbank flatterte vor mehr als einem halben Jahr ins Haus. Insgesamt etwa 395 000 Euro stehen demnach zur Verfügung. Ob es bei dieser Summe bleiben kann, muss sich zeigen. Noch im Februar sprach Schwarz davon, dass das Projekt möglichst zum 31. Dezember dieses Jahres abgeschlossen sein sollte. Wie viel Spielraum die Kommune hat, auch das bleibt abzuwarten. Die Bürgermeisterin zeigt sich jedenfalls vorsichtig optimistisch, dass die Handwerker bald starten können. So oder so, die Halle steht vor einem Umbruch. Das Objekt ist insgesamt 760 Quadratmeter groß. Die reine Sportfläche misst 440 Quadratmeter, was nicht ganz einer Einfeldhalle entspricht.

Baufachleute reden von einer energetischen Sanierung. Im Grunde wird das komplette Gebäude modernisiert. Arbeiter nehmen sich Dach, Fassade, Türen, Fenster, Fußboden, Heizung und die Beleuchtung vor. Und: Die Sporthalle solle künftig optisch besser zum Umfeld passen, auch das ist Schwarz wichtig. Mehrgenerationenhaus mit Sitzungsraum, Teestube und Ferienwohnungen befinden sich nebenan, dazu die vor etwa einem Jahr weiter sanierte Kegelbahn. Die Kugel kann sogar bei Landes- und Bundeswettkämpfen rollen. Da sollte eine Turnhalle, in der sich viele Generationen bewegen, an Klasse gewinnen. Und überhaupt: Kläden gelte nach Bismark als zweites Zentrum der kommunalen Familie.

Alle Hallen in der Einheitsgemeinde Bismark mit insgesamt 20 Ortschaften seien mehr als ausgelastet, darauf verweist die CDU-Bürgermeisterin immer wieder einmal. Deshalb zähle jeder investierte Euro und der Neubau in Schinne sowieso. Auch bei diesem lang ersehnten Projekt, das unterm Strich mehr als 1,4 Millionen Euro kosten dürfte, hakt es. Es gibt zwar grünes Licht vom Land und die Halle steht auf der Prioritätenliste, doch steigen ein Stück weit die Kosten und vor allem: der Förderbescheid aus Magdeburg lässt auf sich warten. Sportstättenbau und -sanierung seien kein Sprint, hatte Schwarz der AZ im Frühjahr gesagt. Politik und Verwaltung hätten sich ins Zeug gelegt.

VON MARCO HERTZFELD  

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare