„Sind noch nicht am Ziel, es hakt“

Wochenmarkt steht bei Bismarks Ortsbürgermeisterin oben auf der Liste

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Ortsbürgermeisterin Ruth Rothe glaubt fest an Bismarks Wochenmarkt am Sonnabend. Obsthändler und einige Kollegen kommen gern unter der Woche.

Bismark – Einzelhändler haben ihn sich gewünscht, die Stadtverwaltung hat ihn auf die Agenda gehoben und auch für sie sei der neu belebte Bismarker Wochenmarkt am Sonnabend eine Herzensangelegenheit.

Dass ihm noch immer der rechte Schwung fehlt, weiß die erfahrene Kommunalpolitikerin Ruth Rothe sehr wohl. Das müsse sich unbedingt ändern. „Ein solcher Markt belebt das Zentrum, fördert das Miteinander und ist besonders wichtig, weil es um Lebensmittel und Waren aus der Region geht. Bei uns wachsen auch Äpfel, die vielleicht nicht ganz so groß sind wie die aus Südafrika, aber ebenfalls gut schmecken“, ist die wiedergewählte Ortsbürgermeisterin im Gespräch mit der AZ überzeugt. Der nächste Wochenmarkt steht für diesen Sonnabend, 10. August, im Kalender. Aufgebaut sind die Stände von 8 bis 13 Uhr.

Als der Marktplatz vor zehn Jahren saniert wurde, mussten die Händler auf den Netto-Parkplatz umziehen. „Das kam nicht gut an, weder bei den Händlern noch bei den Kunden. Irgendwie hat es nicht gepasst“, erinnert sich die Linke. Auch wenn zwischen beiden Standorten nur ein Steinwurf lag. Irgendwann schlief das Angebot ganz ein. Im Mai dann der Versuch einer Renaissance an alter Stelle. „Wir sind noch nicht am Ziel, es hakt, es fehlt an ausreichend Händlern, sie wollen noch überzeugt werden.“ Alle 14 Tage soll der Markt stattfinden. „Mir wäre lieber, man spräche vom ersten und dritten Sonnabend im Monat oder meinetwegen auch vom zweiten und vierten, das würde sich bei den Leuten besser einprägen.“

Rothe ist die Zusammenarbeit mit der Verwaltung der Einheitsgemeinde wichtig, wie sie selbst sagt. „Ortsbürgermeister sind ohne die Verwaltung nichts, wir haben selbst keine Angestellten. Das kann man bedauern, sicherlich, und dann das Beste daraus machen.“ Der Kontakt zu den Mitarbeitern, den Bereichsleitern, ja zu Annegret Schwarz (CDU), der Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde, sei entscheidend. „Ich bin jemand, der selbst hineingeht und das direkte Gespräch führt.“ Seit 2017 ist Rothe Ortschefin, als Eduard Stapel schwerer erkrankte, vor wenigen Tagen wurde sie im neuen Ortschaftsrat einstimmig wiedergewählt, einen Mitbewerber hat es nicht gegeben. „Bismark wird weiter schwarz-rot regiert“, scherzt die Genossin mit Blick auf Name und Parteizugehörigkeit der kleinen und der großen Bürgermeisterin.

Die Einheitsgemeinde Bismark besteht aus 20 Ortschaften und die Ortschaft Bismark hat selbst noch einmal drei Ortsteile. Rothe will sich weiter verstärkt den drei Dörfern widmen. „Sie hatten jahrelang nicht viel Aufmerksamkeit im Ortschaftsrat bekommen“, meint die Linke. Rothe will Arensberg, Döllnitz und Poritz regelmäßig besuchen und mit dem Ortschaftsrat dort etwas bewegen, auch wenn es dafür kein eigenes richtiges Budget gebe. „Die Dörfer erhalten jeweils 150 Euro für ihr wichtigstes Fest.“ Das sei sicherlich nicht die Riesensumme, aber auch mehr als ein symbolischer Akt.

Am Teich in Arensberg standen lange Zeit Bänke, irgendwann waren sie weg. „Die Bewohner wünschen sich wieder welche.“ Rothe und ein Verwaltungsmitarbeiter haben sich die Situation angeschaut. Kurzfristig könne es die eine oder andere Bank aus dem Bestand der Einheitsgemeinde geben. Über attraktivere Sitzgruppen könne frühestens gesprochen werden, wenn es um den Haushaltsplan für 2020 gehe. Rothe will sich auch in den anderen beiden Ortsteilen weiter umschauen und wissen, wo der Schuh drückt. „Ortsbürgermeisterin und Ortschaftsrat können durchaus etwas bewegen.“

Rothe, Jahrgang 1950, stammt aus Sangerhausen, Landkreis Mansfeld-Südharz. Die Familie zog ins westaltmärkische Kalbe. Ihre spätere Arbeit als Sozialpädagogin bei der Volkssolidarität führte sie immer wieder auch einige Kilometer weiter nach Bismark, die Verbindung wuchs. Seit 1997 lebt Rothe in Bismark im Landkreis Stendal. Kreisvorsitzende der Linken im Altmarkkreis Salzwedel ist sie dennoch bis heute geblieben. „Ein Wechsel war immer wieder einmal Thema, doch ich gebe Aufgaben und Verpflichtungen nicht einfach so und ohne Not ab. Und überhaupt: Es funktioniert doch auch über die Kreisgrenzen hinweg.“

VON MARCO HERTZFELD 

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