Noch immer kein schnelles Internet in Friedrichshof / ArcheNet betrachtet Bismark als erschlossen

„Wir sind völlig außen vor“

Momentan funktioniert das Internet in Friedrichshof nur über Telefonbuchse und Modem, obwohl es überall in der Einheitsgemeinde DSL geben soll. Joachim Heldt ärgert das. Foto: Lange

Friedrichshof. Während sich die Seiten des Internets langsam auf dem Bildschirm aufbauen, kann man sich ganz beruhigt noch einen Kaffee holen. Von schnellem Internet sind die Bewohner von Friedrichshof ziemlich weit entfernt.

Joachim Heldt ist einer derjenigen, die von DSL per Funk momentan nur träumen können.

„Überall wird gesagt, dass die Einheitsgemeinde voll erschlossen ist, aber wir sind da völlig außen vor“, erklärt Heldt. Schon zweimal war die verantwortliche Firma Alecso zum Messen in dem kleinen Ortsteil, doch kein Signal kommt von den Masten in Friedrichshof an. Dabei stehen Masten in Meßdorf, Garlipp und Darnewitz. Als der Verteiler im Dezember auf den Mast in Darnewitz gebaut wurde, waren die Techniker auch gleich wieder vor Ort. Doch noch immer kommt nichts an. Schorstedt, Hohenwulsch und sogar Friedrichsfleiß sind davon aber nicht betroffen.

Der Firma selbst macht Heldt aber deshalb keinen Vorwurf. Chef Thomas Eberhardt würde sich sehr darum bemühen, dass auch die Einwohner von Friedrichshof endlich von dem schnellen Internet profitieren, aber ihm seien eben auch die Hände gebunden. Verantwortlich dafür ist ArcheNet, die sich zur flächendeckenden Erschließung aller Ortschaften von Bismark vertraglich verpflichtet hat. Dies wird auch als abgeschlossen betrachtet, abgesehen von kleineren Problemen in Berkau, die jetzt behoben werden sollen. Doch nicht überall ist die Erschließung angekommen. „Und das ärgert mich. Bei uns ist gar kein Empfang“, so Heldt.

15 Haushalte gibt es in Friedrichshof. „Davon wollen mindestens sechs an das Netz angeschlossen werden“, weiß Heldt genau. Doch Thomas Eberhardt habe schon Bedenken geäußert, ob sich das überhaupt lohnen würde. Schließlich müsste ArcheNet für einen zusätzlichen Verteiler sorgen. Das sei eben alles eine Preisfrage.

Im Moment kommt das Internet nur per Modem und Telefonbuchse in Friedrichshof an. Dementsprechend langsam ist die Verbindung auch. Und vor allem teuer. Denn bei diesem System wird immer noch pro Minute abgerechnet, berichtet Heldt. Und wenn eine Seite im Schnitt drei bis fünf Minuten braucht, um sich aufzubauen, dann kann das ganz schön ins Geld gehen. Die aktuellen Angebote, im Fall von funktionierendem, schnellem und vor allem drahtlosem Internet wären um mehr als die Hälfte günstiger. „Man ist ja heute auf Internet angewiesen. Sei es auf E-Mails oder Kontakte mit Behörden“, erklärt Heldt, alles laufe über das Web.

Wichtig ist für Heldt, dass auch die Stadträte der Einheitsgemeinde erfahren, dass das Gebiet eben nicht vollständig erschlossen ist, obwohl es einen Vertrag gab. Damit die Einwohner von Friedrichshof sich bald nicht mehr eine Stunde Zeit nehmen müssen, um ihre E-Mails abzurufen.

Von Bianca Lange

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare