Festwoche startet im Haus der Sinne mit Andacht und neuer Ausstellung

Werke der Bewohner lösen alte Stadtansichten ab

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Die meisten Bilder sind Gemeinschaftswerke der Bewohner. Zum Auftakt der Festwoche wurden die Kunstwerke den Besuchern präsentiert.

Bismark. Gleich drei Jubiläen feiert der Diakonieverein Bismark in diesem Jahr. Nicht nur, dass das Haus der Sinne vor zehn Jahren nach der Sanierung wiedereröffnet wurde, auch das Altenpflegeheim Neue Heimat wird 17 Jahre alt.

Und vor 125 Jahren wurde in Bismark eine christliche Herberge eröffnet. Um den runden Jubiläen gerecht zu werden, startete gestern die Festwoche im Haus der Sinne. Bei der Andacht, der geladene Gäste, Bewohner und Mitarbeiter beiwohnten, erinnerte Heimleiter Andreas Cosmar an die Wiedereröffnung des Hauses der Sinne an der Holzhausener Straße. Am 1. Oktober 2003 konnten die Räume wieder bezogen werden. Eine der ersten Bewohnerinnen verstarb allerdings vor ein paar Wochen, erklärte Cosmar, sonst hätte sie noch dabei sein können. Im selben Haus, in dem heute Menschen mit Demenz betreut werden, eröffnete der 1887 gegründete Herbergsverein in Bismark am 1.  November 1888 eine christliche Herberge. Dort erhielten Gesellen auf Wanderschaft, die so genannten Tippelbrüder, ein zeitweiliges Dach über dem Kopf. Als vor 17 Jahren die Bewohner des Altenheimes in das neue Haus, 150 Meter weiter südlich gelegen, zogen, stand das Haus der Sinne jahrelang leer, bis dann 2003 wieder neues Leben in das Gebäude einziehen konnte.

Die Andacht zum Auftakt der Festwoche gestalteten Pfarrer i.R. Jens Walther und Andreas Cosmar. Auch Ortsbürgermeister Eduard Stapel und Gemeindekirchenratsvorsitzende Bärbel Badel ließen es sich nicht nehmen, einige Grußworte an die Vereinsmitglieder und die Bewohner zu richten. Anschließend wurden die Gäste ins Treppenhaus der Einrichtung eingeladen. Dort präsentieren sich die Werke der Bewohner auf der rot gestrichenen Wand. Mit verschiedenen Techniken und Materialien haben die Bewohner unter der Anleitung von Mitarbeiterin Stefanie Langnese in den vergangenen Monaten ihre eigenen Kunstwerke erschaffen. Größtenteils in Gemeinschaftsarbeit, berichtet Langnese. Damit haben die farbenprächtigen Bilder die alten Stadtansichten Bismarks abgelöst.

Zu einigen Programmpunkten der Festwoche ist auch die Öffentlichkeit eingeladen. So beginnt heute um 15.30 Uhr „Spindlers Puppenshow“, eine Show mit Oldies und Spaß vergangener Zeiten. Interessierte kommen dazu aber nicht ins Haus der Sinne, sondern ins Foyer der Neuen Heimat. Einen Fachvortrag gibt es morgen, 25. September, zu erleben. Dr. Christine Riesner aus Witten spricht ab 15 Uhr in der Neuen Heimat über „Lebens- und Betreuungskultur für Menschen mit Demenz“. Am Sonnabend, 28. September, zeigt das Ehepaar Cosmar um 15.30 Uhr den Film „Vergiss mein nicht“ im Andachtsraum des Altenpflegeheimes. Den Abschluss der Festwoche bildet der Sonntag, 29. September. Der Festgottesdienst mit dem Bismarker Kirchenchor beginnt um 10 Uhr in der Neuen Heimat. Wer möchte, kann sich anschließend mit dem Motorrad zum Haus der Sinne fahren lassen, wo um 15.30 Uhr das Platzkonzert der Bismarker Blasmusikanten den Festreigen der drei Jubiläen beendet.

Von Bianca Lange

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