„Werben mit ihren sportlichen Leistungen“

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Zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen. Das ist die Ausbeute von Annemarie Kumpe bei den Deutschen Meisterschaften der Transplantierten und Dialysepatienten.

Badingen / Rostock. Annemarie Kumpe aus Badingen, die seit 29 Jahren mit einer transplantierten Niere lebt, berichtet von ihren erneuten Erfolgen bei den Deutschen Meisterschaften der Transplantierten und Dialysepatienten:

„Organspende: dieses Wort kann man in der Zeitung nicht groß genug schreiben und doch lesen manche dieses Wort ungern. Es betrifft sie ja nicht, sie sind vielleicht ganz gesund. Aber es kann sich alles rasch ändern, denn wer ein Nierenleiden bekommt, merkt es erst gar nicht. Es ist eine kaum schmerzhafte, schleichende Krankheit, die meistens viel zu spät bemerkt wird. Als ich am Sonntag von der 32. Deutschen Meisterschaft der Transplantierten und Dialysepatienten, die in Rostock vom 2. bis 5. Juni stattfand, nach Hause kam, hat es mich sehr gefreut am Tag der Organspende am 4. Juni einen Artikel in der Zeitung zu entdecken. Darin informierten zwei meiner Weggefährtinnen über ihre Transplantation. Dieser erinnert an die gesamte Situation, die ein Dialysepatient erlebt, wenn das Leben am seidenen Faden hängt und man glaubt, jetzt ist das Leben zu Ende. Und wenn man dann erlebt, transplantiert zu werden, kann man die Gefühle und das Glück gar nicht beschreiben! Inzwischen lebe ich jetzt 29 Jahre mit einer Spenderniere und habe in meinen Artikeln am Tag der Organspende oft beschrieben, wie mein Weg verlaufen ist und mir der Sport sehr dabei geholfen hat. Diese Meisterschaft war für mich wieder sehr erfolgreich, mit zwei Silber und zwei Bronzemedaillen bin ich wieder nach Hause gekommen (Silber: 50 Meter Brustschwimmen und Ballweitwurf, Bronze: 3000 Meter-Lauf und Kugelstoß). Je älter man wird und noch heruntergestuft wird, weil man als Einzelkämpfer agiert, umso wertvoller sind sie. Die Transplantierten und Dialysepatienten werben mit ihren sportlichen Leistungen für die Organspende. Sie beweisen, dass der Sport ein Mittel ist, die Lebenqualität zu verbessern. Ich kann es nicht begreifen, dass wir an der Basis Erhebliches für die Organspende unternehmen (Ausweise verteilen, in die Gymnasien gehen und Aufklärungsarbeit leisten), aber auf höherer Ebene man sich schwer tut, die Bedingungen für eine reibungslose Transplantation zu schaffen und sich für ein anderes Transplantationsgesetz zu entscheiden.“

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