Stadt lässt obere Etage des Jugendzentrums baulich erst einmal außen vor

„Wenn alles aus den Nähten platzt“

In der unteren Etage dürfen sich Kinder aufhalten, in der oberen nicht. Dort befinden sich nicht zuletzt die Büros der Mitarbeiter. Das Jugendzentrum ist auch Ausgangspunkt mobiler Jugendarbeit in der Gegend.
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In der unteren Etage dürfen sich Kinder aufhalten, in der oberen nicht. Dort befinden sich nicht zuletzt die Büros der Mitarbeiter. Das Jugendzentrum ist auch Ausgangspunkt mobiler Jugendarbeit in der Gegend.

Bismark – „Wir haben einiges im Hausaufgabenheft“, weiß Hauptamtsleiter Marco Henschel. Im Bismarker Jugendzentrum muss ein zweiter Rettungsweg geschaffen werden. Ein Blitzschutz ist in Auftrag gegeben. Überhaupt sei Brandschutz wichtig und richtig.

Zudem stehen Malerarbeiten an. Handwerker widmen sich auch den Fußböden. Vieles auf dem Zettel soll im Sommer erledigt werden, ein mittlerer fünfstelliger Betrag ist vorgesehen.

Zum großen Rundumschlag holt die Einheitsgemeinde nicht aus. Die obere Etage des markanten Gebäudes bleibt auch mittelfristig nur eingeschränkt nutzbar.

Während die untere Etage für Kinder und Jugendliche frei nutzbar sein wird, ist die zweite für sie tabu und darf nur von Erwachsenen betreten werden. Komplett gesperrt sei sie also nicht. Den oberen Bereich des Komplexes an der Straße der Einheit für die Zukunft zu erneuern, bräuchte zwar keine Millionen, aber schon einige Hunderttausend Euro, schätzt Henschel. Dieses Geld habe die Einheitsgemeinde momentan nicht, sagt Bürgermeisterin Annegret Schwarz (CDU). Um erst keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: „Das Zentrum soll erhalten bleiben. Der Stadtrat hat sich entsprechend positioniert.“

Dem Kinder- und Jugendfreizeitzentrum drohte einige Zeit das Aus. Der Betreiberverein warf 2019 hin, ein Nachfolger musste gefunden werden. Mit dem Jahreswechsel war der Internationale Bund (IB) Magdeburg bereit und wollte ab Februar so richtig durchstarten. Dann kam die Corona-Pandemie. „Sie hat uns massiv geschadet und ausgebremst“, zeigt sich Schwarz in dieser Woche überzeugt. Das Zentrum sei ein wichtiger Baustein, auch für die mobile Jugendarbeit, für die Einheitsgemeinde und den Landkreis. „Wir müssen Jugendliche von der Straße holen, sie brauchen eine Hand, die lenkt und leitet.“

Stadt und Landkreis versprechen sich sehr viel vom IB. Das betonen Schwarz und Henschel im AZ-Gespräch. Seit dieser Woche dürfe das Zentrum wieder öffnen, ein Konzept sei erstellt worden. Wie genau wann alles anläuft, muss sich zeigen. Was sich auch unabhängig von Corona in der Raumfrage tut, dazu können und wollen beide nicht viel mehr sagen. Henschel bringt es vielleicht dann doch auf den Punkt: „Über direkte Jugendarbeit in der oberen Etage denken wir verstärkt nach, wenn in der unteren alles aus den Nähten platzt.“ Ein Knackpunkt dürfte auch das Geld bleiben.

VON MARCO HERTZFELD  

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