Kot und Leine: 1018 Vierbeiner registriert / Ordnungsamt schaut genau hin

Bismark: Weniger Hunde machen den Ärger

Hunde können glücklich machen, sorgen mitunter aber auch für Ärger in einer Gemeinde. Dieses Bild entstand vor Jahren in Stendal, Freude pur, auf beiden Seiten.
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Hunde können glücklich machen, sorgen mitunter aber auch für Ärger in einer Gemeinde. Dieses Bild entstand vor Jahren in Stendal, Freude pur, auf beiden Seiten.

Bismark – In der Einheitsgemeinde Bismark sind 1018 Hunde bei den Behörden gemeldet, damit kommt ungefähr und rein rechnerisch auf acht Menschen einer dieser Vierbeiner. Eine ganz ordentliche Zahl, dürfte man meinen.

Wobei: Wie die Bevölkerung schrumpft auch der Bestand an Hunden. Bürgermeisterin Annegret Schwarz (CDU) hat extra für die AZ im Ordnungsamt der Stadt nachgefragt. Vor fünf Jahren waren für die 20 Ortschaften und insgesamt 39 Ortsteile noch 1082 Hunde registriert und vor zehn Jahren bei Gründung der Einheitsgemeinde sogar 1176. Die kommunale Familie zählt momentan gut 8000 Menschen.

In der Ortschaft Bismark ärgern sich Bürger immer wieder einmal laut über die Hinterlassenschaft der Vierbeiner auf Gehwegen und Plätzen. Allen voran Ortsbürgermeisterin Ruth Rothe (Linke) sieht gerade dort, wo auch Spaziergänger ohne Hund gern unterwegs sind, regelmäßig Tretminen. Die Genossin mahnt öffentlich zu Ordnung und Sauberkeit und fordert Hundebesitzer auf, doch für den Kot ihrer Lieblinge Tüten zu nutzen. In der Kernstadt gebe es immerhin fünf Behälter für Hundekot. Über einen Kamm scheren wolle sie alle Frauchen und Herrchen natürlich nicht.

Im Rathaus verweist man auf das Regelwerk. Das Ganze nennt sich recht sperrig und lang: Gefahrenabwehrverordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung zur Tierhaltung. Darin ist unter anderem die Rede von Leinenpflicht im öffentlichen Raum, Tierkotbeseitigung und keiner Störung zu den Ruhezeiten. Im Ordnungsamt sei all dies und mehr öfter Thema, die Mitarbeiter achteten sehr wohl auf die Einhaltung der Vorschriften. Hält sich jemand nicht an die Spielregeln, gerade was Leinenpflicht und Hundekot angeht, droht eine Geldbuße von bis zu 5000 Euro.

Behörden sprechen in solchen Fällen von einer Ordnungswidrigkeit. Die Verordnung richtet sich übrigens an jeden Tierbesitzer und erklärt, wie ein Tier zu halten ist. Doch gleich zurück zum angeblich oder tatsächlich besten Freund des Menschen. Eine Hundewiese, eine speziell für diese Vierbeiner ausgewiesene Fläche und gerade in größeren Städten üblich, gibt es in der Einheitsgemeinde nicht. Eine „Handlungsnotwendigkeit“ wird im Rathaus „aufgrund der vielen Möglichkeiten“ nicht gesehen. Kurzum: Ein Hund findet demnach in Bismark und Umgebung ausreichend Raum.

Vieles gibt es nicht umsonst, das Leben mit einem Hund sowieso nicht. Neben Ausgaben für Futter, Tierarzt und diverse Utensilien will, wie in andern Kommunen auch, die öffentliche Hand ihr Geld. Für den ersten Hund sind 20 Euro im Jahr fällig, für den zweiten 40 Euro und für jeden weiteren 60 Euro. Änderungen seien nicht vorgesehen. Hundetoiletten stehen unter anderem an der Breiten Straße und auf dem Friedhof. Und ja, auch das Ordnungsamt kenne Schmuddelecken und Bereiche, in denen sich falsch verhalten werde. Das komme „vermehrt in den kleinen Stichwegen und Seitenstraßen“ vor.

Wer sich durch die Hundesteuer von den anderen Pflichten befreit sieht, den überzeugt Rothe sicherlich gern vom Gegenteil. Die Ortsbürgermeisterin mag Tiere, Katzen noch mehr als Hunde. Davon hat sie erst kürzlich in der AZ berichtet und zur Kastration frei lebender Samtpfoten aufgerufen. Und die große Bürgermeisterin, das Stadtoberhaupt: Sie ist als Pferdefreundin und passionierte Reiterin bekannt. Und: „Klar haben wir einen Hund. Er ist mit der beste Freund des Menschen, bei uns gleichzusetzen mit den Pferden. Manchmal treibt er einen in den Wahnsinn, aber wehe er hat ein Wehwehchen.“

VON MARCO HERTZFELD  

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