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Wegfallender 17-Uhr-Tarif für Bismarker Freibäder beschäftigt Stadträte

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Von: Lisa Maria Krause

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Ein Blick auf den spiegelglatten Kolk bei Sonnenuntergang.
So richtig abgeschlossen zu haben mit den neuen Preisen für die Freibäder Kolk und Möllenbeck scheinen neben den Bürgern auch die Stadträte nicht. Im Gremium wurde gerade der wegfallende 17-Uhr-Tarif diskutiert. © Lina Wüstenberg

Die neuen Preise für die Bismarker Freibäder konnten mehrheitlich beschlossen werden. Einigen Gesprächsbedarf rund um einen Tarif gab es im Stadtrat aber dennoch.

Bismark - Eine anwesende Bürgerin brachte besonders die gestrichenen Karten für nach 17 Uhr zur Sprache. Einen Luxus wollen die Stadträte in der freiwilligen Aufgabe nicht sehen. Hauptamtsleiter Marco Henschel konnte zudem den Starttermin der Saison verkünden: Am 21. Mai – der Sonnabend vor dem Herrentag – geht es los.

Daniela Wohlt bat in der Einwohnerfragestunde darum, dass der 17-Uhr-Tarif erhalten bleibt, der es späteren Besuchern erlaubte für 1,50 Euro zu baden. Ihr Vorschlag: Der Preis soll auf zwei Euro erhöht werden. „Ich bin so ziemlich jeden Tag im Sommer am Kolk“, erklärte sie. Dieter Klapötke (AFW) war in der späteren Diskussion des Tagesordnungspunktes auch für einen Erhalt des Tarifs. Seine Streichung beruhe „auf der Annahme, dass Leute extra warten“, um weniger zu zahlen.

Die Zehnerkarte soll für Spätbader die beste Option sein

Henschel hielt dagegen: Tatsächlich habe es Rückmeldungen dazu von der Kassiererin gegeben. Auch andere Stadträte fanden die Streichung nicht gut und empfanden es als Strafe für jene, die den Tarif nicht ausnutzen. Gegenargument war die Zehnerkarte, die umgerechnet 2,40 Euro pro Eintritt verlangt.

Nachdem Henschel auf Nachfrage bestätigte, dass die Zehnerkarten nun auch ins nächste Jahr übernommen werden und nicht verfallen, konnten sich die meisten Stadträte damit zufriedengeben.

Dennoch lag die allgemeine Preiserhöhung noch immer bei vielen schwer im Magen. Vorsitzender Andreas Cosmar (FWB) rechnete vor, das die Preiserhöhung bei Einzelkarten 20 Prozent und bei Zehnerkarten 33,3 Prozent für Erwachsene ausmacht. Prozentual sei das zu hoch. Bürgermeisterin Annegret Schwarz (CDU) fand diesen Vergleich schwierig: „Es macht ein falsches Bild in der Öffentlichkeit bei den Prozenten. Wir reden hier von einem Euro oder 50 Cent.“

Die Stadträte sehen in der freiwilligen Aufgabe der Schwimmbäder keinen Luxus

Ines Pagels (WGB) zeigte Verständnis für das neue Entgelt. Die Einheitsgemeinde nehme sich den Luxus der zwei Bäder, wo andere sie nicht erhalten. „Wir sind immer noch ganz groß im Minus, dass wir uns das leisten.“

Mehrere Mitglieder störten sich an dem Begriff „Luxus“, da es sich bei den Schwimmbädern eigentlich um eine Daseinsfürsorge handele und diese nur einen kleinen Anteil am Gesamthaushalt einnehmen. „Auch wenn wir es nicht Luxus nennen, müssen wir uns an dem Luxus auch beteiligen, auch als Gast“, merkte René Zieher an und unterstrich so seine Unterstützung für die Erhöhung.

Schwarz erklärte abschließend, dass die Entgeltordnung der Schwimmbäder auch jährlich je nach Lage neu beschlossen werden kann. Schließlich wurde der neue Preis bei zwei Nein- und 14 Ja-Stimmen mit der Erhöhung der Caravan-Stellplätze auf 15 Euro beschlossen.

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