Herbert Wickert, Dorfchronist aus Dobberkau, führt die AZ durch sein kleines Dorfmuseum / Nachfolger in Aussicht

„Vergangenes für die Nachwelt erhalten“

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Herbert Wickert (85) war einst der Schüler von Dobberkaus Lehrer und Hobbyhistoriker Paul Pfeil. Seine handgeschriebenen Aufzeichnungen sind für den Dorfchronisten wichtige geschichtliche Dokumente.

Dobberkau. Herbert Wickert recherchiert in Archiven, sammelt alte noch in Handschrift verfasste Dokumente und tippt diese in seinen Computer ein, um „das Vergangene für die Nachwelt zu erhalten“.

Der 85-Jährige ist nicht nur Hobbyhistoriker, sondern auch der Dorfchronist seines Heimatortes Dobberkau. 

Nach dem Tod seiner Ehefrau hatte er vor zehn Jahren die Poststelle, die sie zu Lebzeiten geführt hatte, zu einem kleinen Heimatmuseum umgebaut, damit die jetzige und die kommenden Generationen vom alten Dobberkau noch etwas wissen. Sein Engagement scheint Gefallen zu finden. Nach Angaben des Dorfchronisten kommen sogar Reisende aus England in das altmärkische Dorf, um dort nach ihren Vorfahren zu suchen.

Die Idee ein Dorfmuseum zu errichten stammte allerdings nicht von ihm allein. Er und zehn weitere Freunde – gemeinsam haben sie auch nach der Wende die Gruppe „Plattdeutsche Mundart“ ins Leben gerufen – tüftelten das Vorhaben aus. Heute besteht die Gruppe nicht mehr, dafür aber das Heimatmuseum.

„Das Museum wurde zu meiner Aufgabe“, sagt der Hobbyhistoriker. Zu sehen und entdecken gibt es in den kleinen vier Wänden viel. Davon stammt einiges von Paul Pfeil, dem ehemaligen Dorflehrer und Hobbyhistoriker aus Dobberkau. Auch Herbert Wickert gehörte zu seinen Schülern. Die alten handgeschriebenen Aufzeichnungen seines Lehrers, darunter auch Skizzen von Ausgrabungen, bedeuten dem Museumshalter sehr viel und sind in dem kleinen Raum sehr präsent. Neben der Chronik, diversen Fotografien und einigen Texten von Paul Pfeil, kann man unter anderem in Tagebüchern von Dorfpersönlichkeiten wie Otto Feig (geschrieben von 1903-1913) stöbern, alte schwarz-weiß Bilder von Dobberkau anschauen – die älteste Fotografie entstand noch vor dem 19. Jahrhundert – und auch Ausgrabungen von Herbert Wickert selber, die er auf seinem Grund und Boden gefunden hat, bestaunen.

Es gibt viel Historisches über das Dorf Dobberkau zu erfahren. Man muss dafür nur reichlich Zeit mitbringen. Der 85-Jährige ist, wie er selber sagt, in die Jahre gekommen. Noch führt er die Dorfchronik weiter, aber er hofft, dass er bald einen Nachfolger finden wird. Und es scheint als gäbe es da bereits eine Interessentin, die bereit wäre seinen Posten zu übernehmen und sogar bereit ist, das kleine Dorfmuseum auszubauen. Interessenten, die Herbert Wickerts historische Sammlung über Dobberkau besichtigen möchten, können über Ortsbürgermeister Dieter Wein, Telefon (03 90 89) 24 71, einen Termin vereinbaren.

Von Marilena Berlan

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