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Seniorentagesstätte verlässt Schloss in Kläden

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Von: Marco Hertzfeld

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Diana Wernecke steht im Bismarker Grenzland an einem Weg nahe der B 188, die nach Gardelegen führt.
Diana Wernecke und der Verein wollen neue Wege gehen. Die gebürtige Lausitzerin steht hier im Grenzland zur Einheitsgemeinde Bismark. In der Nähe verläuft die B 188, die nach Gardelegen, dem neuen Standort, führt. © Marco Hertzfeld

Der Verein „Seniorentagesstätte Schloss Kläden“ kehrt der Bismarker Ortschaft den Rücken. In Gardelegen wird ein neues Domizil aufgebaut. Neu hinzu kommt ein Bereich Event generationsübergreifend.

Kläden – „Wir arbeiten dort seit 14 Jahren, seit 14 Jahren.“ Diana Wernecke ist die Entscheidung sichtlich schwergefallen. Doch ja, der Verein „Seniorentagesstätte Schloss Kläden“ verlässt die Bismarker Ortschaft und gar den Landkreis Stendal. „Ich habe mir seit Juli mehrere Objekte in der Einheitsgemeinde angeschaut, ohne Erfolg.“ In Gardelegen in der Westaltmark ist die Mutter zweier Kinder schließlich fündig geworden. Wo genau, das möchte sie noch nicht öffentlich machen. Nur so viel sei verraten: „Die Stadt Gardelegen steht hinter mir und den Plänen. Und natürlich ist die Vorfreude groß“, sagt sie der AZ in dieser Woche und blättert in einem prall gefüllten Hefter. Eine Herausforderung bleibe es natürlich allemal.

Neuer Eigentümer, Gräben allzu tief

Der Verein ist gemeinnütziger Natur. Die Bauunternehmerin wirkt dort nach eigenem Bekunden komplett ehrenamtlich. Verantwortlich ist sie für 15 Festangestellte, fünf arbeiten in der Tagesstätte für demente und körperlich eingeschränkte Senioren und zehn für die Wohngemeinschaften, die privat organisiert sind und als Gesellschaft bürgerlichen Rechts, kurz GbR, funktionieren. „Wir alle sind mit viel Elan und Sachverstand dabei“, sagt die gebürtige Lausitzerin, die seit mehr als drei Jahrzehnten in der Altmark lebt. Den Wechsel in das gut 25 Kilometer entfernte Gardelegen können alle mitmachen, die das gern wollen. Das ist Wernecke wichtig. Der neue Eigentümer des Schlosses hat den Mietvertrag mit dem Verein zum Jahresende gekündigt. „Ich bin voller Tatendurst.“

Wernecke denkt an Arbeitsplätze

Sie besitze nun einmal eine stark ausgeprägte soziale Ader und wolle der Gesellschaft etwas zurückgeben, betont die Altmärkerin, die viele Jahre als Berufsschullehrerin gearbeitet hat. Ihr eigener Großvater sei schwer an Demenz erkrankt gewesen, das habe sie geprägt und ein Stück weit als Auftrag verstanden. Die Mehrbelastung über all die Zeit habe sie gern ertragen und gemeistert. Das Objekt im Nachbarlandkreis steht momentan leer. Natürlich bekomme der Verein dort seinen Sitz. Und: Das Ambiente erlaubt neue, zusätzliche Wege. Eine Eventlocation soll aufgebaut werden. Wernecke denkt nicht zuletzt an Hochzeiten, die dort stattfinden könnten. Ein weiteres Gebäude auf dem Gelände werde seniorengerecht umgebaut. Der Übergang soll möglichst reibungslos verlaufen.

Hochzeiten und Event neu dazu

Das Tischtuch zwischen dem neuen Eigentümer des Schlosses in Kläden, der, wie in der AZ berichtet, dort stärker eigene Wege im pflegerischen Bereich gehen will, und ihr scheint zerschnitten. Wernecke gibt sich zuversichtlich. Der Verein sei stabil, zähle 26 Mitglieder, alles Ehrenamtliche und Mitarbeiter, und habe sowieso schon einiges auf die Beine gestellt. „Entstanden sind in Kläden beispielsweise behindertengerechte Bäder, Küchen und Lifte sowie ein wunderschöner Sinnesgarten. Unterm Strich dürften es 200.000 Euro sein, die der Verein über die 14 Jahre akquiriert hat.“ So richtig an den Abschied denken, kann Wernecke noch nicht und doch ist sie längst Feuer und Flamme für die neue Aufgabe. „Senioren sollten einfach einen schönen Lebensabend haben.“

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