Zweiter Totalverlust in Einheitsgemeinde Bismark

Verdacht: Raucher zerstört Haltestelle in Klinke

Von der Haltestelle in Klinke (Bismark) sind nur verkohlte Reste geblieben.
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Die Brandstelle im Badinger Ortsteil Klinke sieht nach gut zwei Wochen so aus. Von der Wartehalle sind nur verkohlte Holzreste vorhanden. Der Busstopp befindet sich am Ortseingang nahe dem Treffenfeld-Denkmal.
  • Marco Hertzfeld
    VonMarco Hertzfeld
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Die Klinker stehen erst einmal ohne Haltestelle da. Warum der Busstopp in Flammen aufgegangen ist, die Polizei ist sich noch nicht ganz sicher. Eine weggeworfene Zigarette könnte der Grund gewesen sein. Es ist die zweite verlorene Haltestelle in der Einheitsgemeinde Bismark innerhalb recht kurzer Zeit.

Klinke – Nach dem Brand der Bushaltestelle in Klinke am 24. Juni hat die Polizei nach wie vor mehr Fragen als Antworten. „Die Vermutung mit dem Raucher, der die Zigarette unbedacht in den Papierkorb wirft und in den Bus einsteigt, ist wohl sehr naheliegend“, wagt sich Stendals Polizeisprecher Dirk Marscheider ein Stück weit voran. Bei einem solchen mutmaßlichen Szenario würde es auf ein fahrlässiges Brandgeschehen hinauslaufen. Die Schadenshöhe lässt sich inzwischen genauer beziffern, sie liegt bei etwa 1000 Euro. Und: Einen Zusammenhang mit der abgebrannten Haltestelle von Döllnitz im April 2020 sehen die Ermittler nicht. „Die Brandorte liegen örtlich und zeitlich zu weit auseinander, dass ein Zusammenhang bestehen könnte“, meint Marscheider auf AZ-Nachfrage.

Behörde wichtig: Niemand verletzt

Es ist nicht die Riesensumme und doch immerhin der zweite Vorfall dieser Art in recht kurzer Zeit in ein und derselben Einheitsgemeinde. „Der Schaden ist da, eine neue Haltestelle wird gebaut werden müssen“, heißt es in dieser Woche von Marscheider weiter. Eine heiße Spur oder einen Tatverdächtigen gibt es im Klinker Fall nicht. Für Döllnitz hatte die Polizei im Revier Stendal relativ früh von Brandstiftung gesprochen. Sicherlich am wichtigsten an beiden Brandorten: Niemand wurde verletzt. Der Busstopp in Klinke direkt neben dem Feuerwehrgebäude brannte morgens gegen 7 Uhr. Trotz Einschreitens von Kameraden aus Klinke und Käthen brannte der Unterstand vollständig nieder. Kurz vor Ausbruch des Feuers soll laut einem Zeugen ein Bus abgefahren sein.

Wohl mindestens fahrlässig gehandelt

„Es handelt sich im ersten Moment um eine abgebrannte Bushaltestelle. Die Frage besteht, wo hat es angefangen zu brennen“, geht der Polizeisprecher ins Detail. „Das Schadensbild ist vollständig. Je weniger es gebrannt hätte, umso näher hätte man auf Fotos den Punkt erkennen können, der am meisten gebrannt hat. Mit solchen Aufnahmen kann man auch einen Brandverlauf darstellen und ausmachen. Ist die Bushaltestelle nicht an ein elektrisches Netz angeschlossen, würde eine technische Ursache, durch einen Kurzschluss zum Beispiel, schon ausfallen.“ Da ja ein Bus unmittelbar abgefahren sei, bestehe eben tatsächlich die Möglichkeit, dass als Beispiel ein Wartender geraucht und vor dem Einsteigen die Zigarette einfach weggeworfen habe, skizziert Marscheider.

Zweiter Fall in der Einheitsgemeinde

Und ja, an einem ungünstigen Punkt liegend, wäre dadurch ein Brandausbruch möglich. „Die Ursachenfindung liegt derzeit bei der Kriminalpolizei und das Verfahren läuft hierzu.“ Nach Angaben der Feuerwehr habe zum Zeitpunkt des Brandes ein mit Papier und Restabfall gefüllter Papierkorb an der Haltestelle gestanden. „Hätte ein möglicher ,Täter’ das Papier entzündet, dann hätte der Busfahrer bereits gesehen, dass sich dort eine Rauchentwicklung in der Nähe des Papierkorbes abzeichnet.“ Marscheider gibt zu: „Sehr viel ,hätte’ und ,könnte’ als Möglichkeiten und Vermutungen.“ Die These vom unvorsichtigen, ja fahrlässig handelnden Raucher scheine aber eben naheliegend. Auch dafür interessierte sich Justitia natürlich. Zumal durchaus noch etwas Schlimmeres hätte passieren können.

„Wichtig bei Bränden sind mögliche Zeugen und ein Brandverlauf.“ Die Einsatzkräfte der Polizei seien übrigens angehalten, bei Ankunft an einem Brandort eine gewisse Dokumentation zu leisten. „Wenn man bei einem Brand von der Ankunft bis zum Ende beispielsweise von einem günstigen Punkt alle 30 Sekunden eine Aufnahme macht, lässt sich ein Brandverlauf fotografisch darstellen“, führt Behördensprecher Marscheider weiter aus. „Solche Verläufe geben dem Brandursachenermittler die Möglichkeit, schneller eine Brandausbruchsstelle finden zu können.“ Inwieweit wann und womit die niedergebrannte Bushaltestelle im Ortsteil der Bismarker Ortschaft Badingen ersetzt werden soll, eine Anfrage dieser Zeitung bei der Einheitsgemeinde dazu läuft.

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