Freizeitfaktor soll doppelt zählen

Urlaub daheim: Bismarker Bürgermeisterin hält Badesaison für wichtiger denn je

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Die Bauarbeiten im Waldbad Möllenbeck laufen auf Hochtouren. Inzwischen dürften die Handwerker auch im Hauptbecken ein Stück weiter sein. Anfang Juni sollen sie das Werkzeug dann ganz einpacken können.

Bismark / Möllenbeck – Leoni huscht mit dem Laufrad voran, vorn an der Ecke bleibt sie stehen. Dass sich hinter dem Zaun das Naturbad Kolk befindet, weiß die Vierjährige sehr wohl.

Auch wenn sie noch nicht schwimmen kann, spätestens im Sommer möchte das Mädchen dort schon ganz gern einmal vorbeischauen.

„Am liebsten mit der ganzen Familie“, ergänzt Großmama Marlies Knacke. Dass in dem Moment Arbeiter für die Stadt vor und auf dem Gelände wirbeln, verspricht in Coronazeiten zumindest einen Saisonstart unter Auflagen. All den erwartungsfrohen Badefreunden kann Bismarks Bürgermeisterin Annegret Schwarz (CDU) nach wie vor nur eines sagen: „Das liegt nicht in meiner Hand. “.

Wünschen sich eine vernünftige Badesaison am Kolk: Marlies Knacke und ihre Enkel Leoni (l.) und Dante.

Einen einheitlichen Weg der Freizeitstätten aus der Zwangspause gibt es in der Republik nicht. Während laut Medienberichten Nordrhein-Westfalen ab Pfingsten die Schwimmbäder wieder öffnen will, bleibt in Berlin der Sportbetrieb in Schwimmbädern untersagt. In Sachsen-Anhalt ist Vereinssport wieder möglich. Sportgruppen dürfen dort unter bestimmten Voraussetzungen und Begrenzungen wieder im Freien oder in Schwimmbädern trainieren. Vereine müssen zuvor Anträge auf Nutzung der kommunalen Anlagen stellen. All das hilft der normalen Wasserratte erst einmal nicht weiter. Die Einheitsgemeinde bereitet ihrer zwei Freibäder aber zumindest schon einmal vor.

Der Kolk, das Badegewässer in Bismark, könnte jederzeit öffnen. „Die Wasseruntersuchungen sind erfolgt. Strom und Wasser wurden angestellt. Die Wartung der WC- und Duschanlagen wurde durchgeführt.“ Die Bürgermeisterin scheint im Kopf ihre eigene Checkliste durchzugehen. „Jetzt erfolgen noch ein paar Schönheitsvorkehrungen, Blumen und so weiter.“ Das Waldbad in Möllenbeck könnte am 4. Juni in die Saison starten, dort laufen, wie bereits berichtet, Bauarbeiten. „Sie liegen im Zeitplan. Es war von Anfang an klar, dass wir hier später öffnen werden.“ Wird es wie in den Jahren zuvor frühzeitig im Kalender sehr warm, könnte die Ungeduld der Menschen schnell steigen.

„Die Öffnung der Bäder ist wichtig für die Menschen vor Ort. Es ist ein Freizeitfaktor, in diesem Jahr ist er besonders bedeutsam, da viele nicht in ihren geplanten Urlaub fahren können.“ Sie wünsche es den Bürgern, schaue und hoffe auf das, was von Land und Bund vorgegeben werde. „Wenn es zur Öffnung kommt, wird diese mit Auflagen erfolgen. Es ist natürlich dann auch äußerst wichtig, dass wir und unsere Besucher der Bäder diese Auflagen umsetzen und einhalten“, unterstreicht die CDU-Frau. So müssten die Gäste sicherlich auf eineinhalb Meter Abstand achten. Auch könnte die Zahl der Besucher, die zeitgleich dort sind, begrenzt werden.

VON MARCO HERTZFELD  

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