Bismarks Bürgermeisterin Schwarz verurteilt illegalen Abschuss

Toter Isegrim von Vienau treibt Wolfspolitik-Kritikerin um

Ein Wolf läuft in Hessen umher.
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Isegrim erobert sich alte Reviere zurück und neue dazu. Der Wolfsschutz spaltet die Meinungen im Land.
  • Marco Hertzfeld
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Der Wolf bleibt Bismarks Bürgermeisterin ein Dorn im Auge. Dass bei Vienau ein Wolf mutmaßlich illegal geschossen wurde, verurteilt Annegret Schwarz (CDU) allerdings scharf.

Bismark – Der tote Wolf von Vienau gleich in der Nachbarschaft gehe nicht auf ihr Konto. Bismarks Bürgermeisterin Annegret Schwarz schaut schon ob der bloßen Annahme ziemlich entgeistert. „Das ist ein schlechter Witz, ein sehr schlechter“, kommentiert sie eine Frage der AZ bissig. Einen Wolf illegal zu töten, wie es dort mutmaßlich passiert sei, „ist natürlich ein absolut falscher Weg“. In einem Wald bei Kalbe war kürzlich ein Wolfskadaver gefunden worden, der Körper wies Schusswunden auf. Isegrim steht unter strengem Schutz und dürfte in der Altmark und darüber hinaus weiter auf dem Vormarsch sein. Die CDU-Frau gilt nach wie vor als einer der schärfsten Kritiker der aktuellen Wolfspolitik von Land, Bund und Europäischer Union.

„Der Wolf gehört erst einmal ordentlich ins Jagdrecht. Problemwölfe müssen ohne Wenn und Aber einem Gebiet entnommen werden dürfen.“ Regelmäßig werde sie von Bürgern gefragt, wie es denn nun mit dem Thema weitergehe, sagt sie. „Der Landtag kann natürlich etwas ändern“, ist die Christdemokratin fest überzeugt. „Er könnte mindestens Druck auf Bund und EU ausüben, die ausschlaggebenden Gesetze zu ändern.“ Und bitte: „Es geht doch nicht darum, den Wolf auszurotten, er ist ein wirklich schönes und imposantes Tier. Wenn ein Exemplar aber Schaden anrichtet oder dem Menschen gefährlich nah kommt, muss man unkompliziert und möglichst rasch eingreifen können.“

Landkreise sollten ein Zeichen setzen und die Landespolitik in die Spur bringen. Die vor ein paar Jahren vom Stendaler Kreistag verabschiedetet Resolution zum Wolf in Richtung Magdeburg habe ihren Ursprung im Bismarker Rathaus. „Wir haben sie damals zum großen Teil initiiert und auf den Weg gebracht.“ Eine frische Resolution aus dem Nachbarlandkreis Jerichower Land will sich Schwarz, seit Sommer 2019 Kreistagsvorsitzende, ganz genau mit Landrat Patrick Puhlmann (SPD) anschauen. Das Material ist jüngst auch im Ordnungsausschuss übergeben worden (die AZ berichtete). Ob der Landkreis Stendal für sich nachlegt, gegebenenfalls bei Burg einsteigt oder das eigene Werk aufarbeitet, kann Schwarz noch nicht sagen.

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