Telefonanschluss bei Schinner Feuerwehr gekündigt / „Haben im Vorfeld nicht mit uns gesprochen“

Tote Leitung im Gerätehaus

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Schinne. Im Gerätehaus der Schinner Feuerwehr klingelt bald kein Telefon mehr. Die Verwaltung der Einheitsgemeinde Bismark hat der Wehr den Telefonanschluss gekündigt. Um Kosten zu sparen, wie Schinnes Wehrleiter Alexander Wunderlich der AZ gestern am Telefon berichtet.

Er sei auf Bildungsreise gewesen, als der Anruf von Ordnungsamtsleiterin Irene Kersten ihn erreichte. Sie teilte ihm mit, dass der Telefonanschluss gekündigt wird, weil die Grundgebühren zu hoch sind. Wunderlich fiel aus allen Wolken und fragte mehrfach nach, ob dies ernst gemeint sei. Neben dem Telefon ist im Gerätehaus auch ein Faxgerät angeschlossen, über das die Kameraden die Einsatzbeschreibungen bekommen, sobald die Sirene zu heulen beginnt. „Die haben im Vorfeld gar nicht mit uns gesprochen“, berichtet Wunderlich weiter. Man hätte ja ein günstigeres Angebot suchen können, so der Wehrleiter, doch über diese Option sei auch nicht gesprochen worden. Auch die eingeschaltete Stadtwehrleitung wandte sich an das Ordnungsamt. Doch da habe der stellvertretende Stadtwehrleiter Frank Merkel, Wunderlichs Informationen zufolge, nur die Antwort bekommen, dass es eben so sei. Es müssten Kosten eingespart werden. Vor allem aber sollen die Kameraden ihre privaten Telefone nutzen, um sich bei der Leitzentrale von den Einsätzen zurückzumelden. „Das sehe ich gar nicht ein. Ich bin nicht bereit, mein eigenes Telefon dafür zu nutzen“, so Wunderlich. Zumal es wohl auch keine Entschädigung dafür geben wird. Das Telefon, das momentan im Gerätehaus genutzt wird, ist ein privates von Wunderlich, die Farbpatrone des Faxgerätes bezieht er über den Förderverein. Kosten verursachen nur die Grundgebühren des Anbieters. Doch der Schinner Wehrleiter befürchtet, das dies nicht die einzigen Einsparmaßnahmen für die Feuerwehr bleiben werden. „Da wird irgendwann noch mehr kommen“, ist er sich sicher.

Kreisbrandmeister Dieter Bolle fiel gestern buchstäblich aus allen Wolken, als die AZ ihn über die Streichung des Telefonanschlusses informierte. „Es besteht natürlich nicht überall die technische Möglichkeit, so einen Anschluss zu haben“, erklärte Bolle. Aber es erleichtere den Kameraden die Arbeit sehr. Vor allem, weil sie sich gleich nach dem Einsatz zurückmelden können.

„In vielen Gerätehäusern gehört das heute zum Standard“, so der Kreisbrandmeister, „man hätte im Vorfeld auch mit den Kameraden reden darüber reden müssen. Im Moment kann ich diese Entscheidung nicht verstehen.“

Von Bianca Lange

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