Brandenburger Hauschke sieht Bismarks Bürgermeisterin in der Pflicht

Tierschützer greift an: „Für den Wolf einsetzen“

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Ein Raubtier auf dem Vormarsch: Der Wolf kehrt in alte Reviere zurück und erobert sich neue.

Bismark. In einem „Offenen Brief“ will Jürgen Hauschke von der „Initiative für die Natur“ Bismarks Einheitsgemeinde-Bürgermeisterin Annegret Schwarz „zu verstehen geben, dass es ihre Pflicht ist, sich für den Schutz der Natur und damit auch für den Schutz des Wolfes einzusetzen“. Hintergrund sind Aussagen der Christdemokratin im AZ-Artikel „Schwarz lässt der Wolf nicht los“.

Hauschke, der im brandenburgischen Bad Belzig lebt, fragt, was die Bürgermeisterin den Menschen eigentlich sagen wolle.

Ein Gemeindearbeiter in Niedersachsen „wird von Hund, Katze oder Reh gebissen und Sie möchten, dass sich die nationalen und internationalen Bestimmungen für den Wolfsschutz ändern?“ Zur Erinnerung: Ein Mann will von einem Wolf gebissen worden sein, Belege gibt es dafür bislang nicht. Täglich würden 10.000 Kinder auf der Welt verhungern, 1,35 Millionen Menschen würden jährlich im Straßenverkehr sterben. Hauschke: „Und Sie beten zu Gott, dass nicht irgendwann ein Kind vom Wolf angefallen wird?“

Der Tierschützer beruft sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse und darauf, dass der Wolf ganz natürlich nach Deutschland gehöre und das schon seit Hunderttausenden Jahren. Der Mensch dagegen sei erst vor etwa 40 000 Jahren in die hiesige Region gelangt. Hauscke nennt Autoren wie Rainer Mausfeld, Dr. Hans-Holger Liste, Thilo Gross, Lars Rudolf und will diese zitieren. Ein Beispiel: „Nicht der Wolf war und ist also Gast des Menschen, sondern umgekehrt. Und als Gast gehört es sich nun mal, sich ein ordentliches Stück weit an den Gastgeber anzupassen.“ Und weiter: „Es ist erwiesen, dass Wölfe aktiv dazu beitragen, dass Wildbestände vitaler werden und Ökosysteme natürlich im Gleichgewicht gehalten werden.“ Und ein drittes Beispiel: „Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und den USA haben mithilfe von Computersimulationen fundamentale Gesetzmäßigkeiten für die Stabilität von Nahrungsketten aufgedeckt, die die Stabilität von Ökosystemen mitbestimmen. Nahrungsnetze sind demnach stabiler, wenn Rautierarten an der Spitze der Nahrungskette sich von verschiedenen Beutetieren ernähren und Beutearten in der Mitte der Nahrungskette vielen Räubern ausgesetzt sind.“

Bismarks Bürgermeisterin gehört zu den größten Kritikern der aktuellen Wolfspolitik. Die Vielbaumerin will Isegrim lieber heute als morgen im Jagdrecht sehen. Für sie besitzt der Wolf einen übertriebenen Schutzstatus. Der AZ sagte sie Anfang Dezember: „Der Wolf soll ja nicht gänzlich ausgerottet, sondern nur auf ein erträgliches Maß gehalten werden.“ Die CDU-Frau kritisiert die Leitlinie des Landes, die das Zusammenleben mit dem Wolf möglichst konfliktarm gestalten soll. Schwarz ist überzeugt, dass der derzeitige Umgang mit dem Wolf Tourismus und Wirtschaft schade.

Die Initiative für die Natur versteht sich als Aktionsgemeinschaft. Ihre Mitglieder, so heißt es auf der Homepage, kümmern „sich in ganz Deutschland um Tier- und Naturschutz und auch um das Wohl von Menschen vor der eigenen Haustür“.

Von Marco Hertzfeld

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