Ehepaar Münz aus Könnigde klagt über Raser und unbefestigte Fahrbahnfläche

„Tempolimit weit überschritten“

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Entlang des Feldweges (Foto), der eigentlich eine Dorfstraße ist, rasen viele Autofahrer mit mehr als 50 km/h. Durch die unbefestigte Straße wird viel Staub aufgewirbelt, der nicht nur das Grundstück von Yvonne Münz verschmutzt, sondern bei der 57-Jährigen auch allergische Reaktionen auslöst. 

Könnigde. „Ich könnte mir das Fleisch vom Hals kratzen. Meine Nase fängt an zu kribbeln, die Augen schwellen an. Man kriegt kaum Luft“, beklagt Yvonne Münz aus Könnigde am Montag im Gespräch gegenüber der AZ.

Der Grund dieser allergischen Reaktion sei der Staub, der von der unbefestigten Fahrbahnfläche, die an ihrem Haus vorbeiführt, verursacht wird. Besonders schlimm wird es, erklärt Münz, wenn Autofahrer an ihrem Haus mit mehr als den erlaubten 50 km/h entlang rasen. „Wenn Fahrzeuge am Haus entlang brausen, dann wird sehr viel Staub aufgewirbelt. Die frisch gewaschene Wäsche und unsere Gartenmöbel werden dabei schmutzig. Und auch das Gemüse und Obst in unserem Garten ist voller Straßendreck. Wer soll das noch essen?“. Dann fügt die 57-Jährige verärgert hinzu: „Viele Autofahrer glauben, dass diese Straße ein Feldweg ist. Das ist nicht der Fall!“.

Das habe sie auch von der ehemaligen Ordnungsamtsleiterin der Stadt Bismark Irene Kersten versichert bekommen. Nämlich, dass der Weg bis zum letzten Grundstück Teil der Dorfstraße sei.

Angefangen habe das Problem im Sommer vergangenen Jahres, als die Windräder nicht weit entfernt von dem Haus der Familie Münz aufgestellt wurden. Das alte Feldsteinpflaster – es war auch schon ziemlich beschädigt, so die Einwohnerin – wurde von dem Weg abgetragen und die Straße mit einem anderen Fahrbahnmaterial wieder eben gemacht, damit die Lkw die Windräder transportieren konnten. Seitdem wird die Straße, die nicht weit weg von der L15 ist und mit der man einen direkten Weg nach Stendal hat, von Autofahrern gerne als Abkürzung genutzt. „An manchen Tagen ist es wie eine Autobahn hier“, sagt Hans-Joachim Münz.

Schon mehrfach haben Yvonne Münz und ihr Mann im vergangenen Jahr Kontakt mit dem Ordnungsamt in Bismark aufgenommen, haben sogar die Raser auf Video aufgenommen, um Beweise zu sammeln, doch bislang seien sie nur vertröstet worden. Die ehemalige Ordnungsamtsleiterin Irene Kersten habe per Mail mitgeteilt, dass sie das Videomaterial an die Polizei weitergeleitet hat. „Von der Polizei kam keine Rückmeldung. Ich bezweifle, dass sie das überhaupt beachtet haben“, sagt Yvonne Münz heute.

Das Ehepaar aus Könnigde fühlt sich nicht ernst genommen und mit dem Problem auch vom Ordnungsamt im Stich gelassen. Nun hoffen sie, sich auf diesem Wege Gehör zu verschaffen, damit bald eine geeignete Lösung gefunden werden kann.

Von Marilena Berlan

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