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SWG baut E-Ladenetz auch ohne gesetzlichen Zwang aus

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Von: Lisa Maria Krause

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Die Ladesäule mit den Stellplätzen. Im Hintergrund stehen Autos.
Eine Ladesäule mit zwei Stellplätzen an der Heinrich-Heine-Straße in Stendal: Die Stendaler Wohnungsbaugesellschaft setzt auf den eigenen Ausbau, ohne dabei einen gesetzlichen Zwang im Nacken sitzen zu haben. © Krause, Lisa Maria

Die Stendaler Wohnungsbaugesellschaft (SWG) findet, dass sie auch ohne Zwang ihren Anteil für den Ausbau des Ladenetzes für E-Autos tut. Und dieser soll noch vergrößert werden, kündigt Geschäftsführer Daniel Jircik auf AZ-Anfrage an.

Stendal - Dauerhitze, Waldbrände und Überschwemmungen: Viele Anzeichen machen klar, dass etwas getan werden muss. Dieser Tage geht es immer wieder um das Verbrenner-Aus und das dadurch notwendig werdende Ladenetz für E-Autos. Eine Verpflichtung zur Installation von Ladesäulen braucht es für ihn nicht, meint Jircik.

Das GEIG – Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz – das es seit März 2021 gibt, habe bei ihm noch nicht gegriffen. Das Gesetz bezieht sich vor allem auf Neubauten. Ab einer Anzahl von fünf dazugehörigen Stellplätzen verpflichtet das Papier dazu, zumindest die Infrastruktur zu schaffen – also die Verkabelung im Boden möglich zu machen – um Ladesäulen später installieren zu können. Das mache die SWG bereits ohne die gesetzliche Auflage, sagt Jircik.

„Das machen wir einfach, weil wir selber daran glauben.“ Der Geschäftsführer denkt, dass es ein wichtiges Thema in der Zukunft wird. Aktuell habe die SWG vier Stellplätze mit E-Ladefunktion im Stadtgebiet, die Anzahl sei steigend. „Ich denke, in Stendal sind vier gar nicht so wenig.“ Ein Blick auf die Karte bestätigt das: In der Rolandstadt gibt es 19 Standorte mit insgesamt 40 Ladepunkten. Die der SWG befinden sich auf den eigenen Bewohnerparkplätzen.

Zum einen in Stendal Nord an der Heinrich-Heine-Straße, zum anderen im Stadtsee-Gebiet an der Karl-Liebknecht-Straße. Das reicht dem Geschäftsführer aber noch nicht. „Bis Ende des Jahres wollen wir die Zahl verdoppeln und dann so fortlaufend“, kündigt er an. Als Nächstes ins Auge gefasst, wurde das Tiergartenviertel. Laut Jircik gibt es dort die Klientel für Ladestationen.

Für die Installation und den Betrieb arbeitet die Gesellschaft mit den Stendaler Stadtwerken zusammen. „Ich will kein Stromlieferant sein“, erklärt das Jircik. Es sei einfacher, die Lieferung des Stroms und die Abrechnung über die Stadtwerke laufen zu lassen. Insgesamt besitzt die SWG etwa 500 bis 600 Stellplätze im Stadtgebiet. Der größte Parkplatz zählt etwa 65.

„Das sind weniger, als wir Wohnungen haben.“ So müssten die Bewohner mit Auto nicht lange herumfahren und einen Parkplatz suchen. Als er damit angefangen hat, Parkplätze zu bauen, habe er sich viel anhören müssen. „Leute bezahlen nicht für Stellplätze“ sei einer der Sprüche gewesen, berichtet Jircik. Heute zeige es sich, dass der Bau „schon sinnvoll war“.

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