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Sturmschäden drücken Erlöse für Klädener und Bismarker Forstbesitzer

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Von: Lisa Maria Krause

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ID 545 Sturm Antonia fegte in den frühen Morgenstunden über Sachsen hinweg Schon am Sonntagnachmittag kündigte sich die
Die insgesamt drei Winterstürme richten im Februar in vielen Forsten der nordöstlichen Bundesländer einige Verwüstung an. Der Schaden für Waldbesitzer ist groß. © B&S/Bernd März via www.imago-im

„Für 2022 Geplantes, Vorgenommenes an Einschlägen, das ist alles über den Haufen geworfen“, erklärt Ralf-Egbert Bauditz der AZ. Die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Bismark-Kläden wurde stark von den Winterstürmen getroffen.

Kläden/Bismark - So betrage die geplante Jahresmenge an Holz, das geschlagen werden sollte, ziemlich genau der Sturmschadenmenge dank Zeynep und Ylenia. Die verlorene Holzernte ist aber nicht das Einzige, was auf den Forstbesitzern lastet.

Eine erste Schätzung für die AZ nahm Bauditz, der den Vorsitz der FBG innehat, kurz nach den Stürmen Ende Februar vor. Zu dem Zeitpunkt waren es etwa 8 000 bis 10 000 Festmeter Schadholz. So wird Holz genannt, das gebrochen oder anderweitig beschädigt ist. „Die Revierförster fangen von vorne an“, ärgert sich Bauditz.

Kronenbrüche, also abgebrochene Äste, seien vorhanden, aber vergleichsweise wenig. „Hier und da“, sagt Bauditz dazu. Die meisten Bäume sind umgeweht worden. Von Kronenbrüchen sind vor allem Kiefern und Lerchen betroffen, deren Bestand im Gebiet der FBG nicht mehr so groß ist. Da diese Bäume Flachwurzler und bereits stark von der Wasserknappheit betroffen sind, seien diese noch sturmgefährdeter als andere Baumsorten.

Einige Bäume liegen am Boden oder hängen an anderen Bäumen. Im Vordergrund hängen Wurzeln in der Luft.
Im Wald zwischen der Schinner Kreuzung und Schernikau liegen noch immer die gefallenen Bäume kreuz und quer. Es besteht die Gefahr von Pilzen. © Lisa Maria Krause

Bauditz erwartet beim Erlös aus dem Schadholz Einbußen von etwa 10 Prozent. Glücklicherweise hätten sich die Holzpreise mittlerweile wieder positiv entwickelt. Sie befänden sich auf einem ähnlichen Niveau wie noch 2016 oder 2017. Danach hatten die Bismarker Forstbesitzer nur Schadholz schlagen können aufgrund von Stürmen und Befall.

Ursprünglich sollte in diesem Jahr das erste Mal wieder Frischholz verkauft werden. Dennoch: „Das Niveau ist nicht so, wie die Waldeigentümer sich das wünschen.“

Bauditz vergleicht den Holzpreis mit Milch

Wie dem Milchverkauf geht es auch der Forstwirtschaft, erklärt der Vorsitzende. Die Holzpreise seien in den letzten Jahren im Baumarkt gestiegen, die Preise für die Waldbesitzer allerdings nicht. „Ich kriege 60 Euro pro Festmeter, ich brauche aber 100 Euro“, nennt Bauditz ein Beispiel.

Die Kosten für Waldbesitzer sind in den vergangenen Jahren weiter gestiegen. Innerhalb von drei Jahren sind sie dazu verpflichtet, aufzuforsten. So steigen die Preise für neue Setzlinge. Auch die Umweltauflagen nehmen zu.

Bauditz erwartet, dass das Räumen der Sturmschäden das ganze Jahr dauern wird. Viele Anfragen von Waldbesitzern erreichten ihn, damit Unternehmen mit den entsprechenden Gerätschaften vorbeikommen. Dabei heißt es derzeit noch vor allem Abwarten.

Schließlich ist nicht nur Sachsen-Anhalt, sondern auch einige andere nördliche Bundesländer betroffen. Bauditz sorgt währenddessen das liegende Holz. Bläuepilze könnten sich ausbreiten, was einen weiteren Wertverlust bedeuten würde. „Wir befinden uns in der Bredouille.“

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