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Sturmschaden: Bismarks Goldene Laus soll nicht aufweichen

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Von: Marco Hertzfeld

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Ein Dachziegel liegt vor dem Turm Goldene Laus in Bismark.
Die Goldene Laus, das Wahrzeichen von Bismark, hat durch einen der Februarstürme Ziegel verloren. Die Schadstellen sollen möglichst bald geschlossen sein. © Lisa Krause

Im Bismarker Wahrzeichen klafft mindestens ein Loch. Den Sturmschaden der Goldenen Laus schnell zu beseitigen, darauf drängt der Heimatverein. Regen könnte die obere Etage und eine Ausstellungsvitrine treffen.

Bismark – Mag einer der Winterstürme kürzlich auch nur eine Handvoll Ziegel vom Dach der Goldenen Laus gefegt haben, die Sorgenfalten der Heimatfreunde sind inzwischen eher größer geworden. „Der First ist offen, wenn auch nur knapp 60 mal 30 Zentimeter. Wer unterhalb des Schadens steht, blickt in den Himmel“, beschreibt Ruth Rothe. Und natürlich: „Wenn es regnet, ist die obere Etage irgendwann nass.“ So einfach herankommen lasse sich an die Misere leider nicht, schon gar nicht von innen. Die Vereinsvorsitzende bangt deshalb auch um eine größere Vitrine mit der Darstellung, wie Bismark ganz früher einmal ausgesehen haben könnte. Die Konstruktion stehe ziemlich genau unter dem Loch.

Ziegel verletzen zum Glück niemanden

Bei der Goldenen Laus handelt es sich bekanntlich um Reste einer Wallfahrtskirche. Das Wahrzeichen der Stadt liegt Rothe und Mitstreitern naturgemäß besonders am Herzen, ja, vor allem seinetwegen ist der Verein einst aus der Taufe gehoben worden. „Die Reparatur sollte unbedingt schnell und auf jedem Fall noch im Frühjahr passieren.“ In der Pflicht sei die Einheitsgemeinde und nicht die Ortschaft Bismark und schon gar nicht der ehrenamtlich agierende Heimatverein, bestätigt Rothe, auch Linken-Ortsbürgermeisterin. Das mittelalterliche Bauwerk komplett einzurüsten, wäre sicherlich zu kostspielig. Ein Steiger, eine ausfahrbare Arbeitsbühne, könnte die gute 30 Meter vielleicht ja schon meistern.

Rothe: Arbeiten nicht ganz billig

Genau darauf setzt Rothe momentan jedenfalls. Ylenia, Zeynep und Antonia tobten sich über Deutschland aus, die Goldene Laus erwischte es so richtig am Sturmwochenende vom 18. bis 20. Februar. Dass keiner der Ziegel einen Menschen getroffen und verletzt habe, sei natürlich das Wichtigste. Inwieweit schon vorher Dachziegel locker waren oder noch locker sitzen, auch das lasse sich nicht genau sagen. Über dem Eingang und eben am First fehlen dem Dach die Ziegel, das ist sicher. „Ganz billig werden die Reparaturarbeiten nicht“, meint Rothe, ohne sich aktuell auf eine Summe festnageln lassen zu wollen. Ein Kostenvoranschlag müsse her. Die Laus habe „einen leichten Dachschaden“, hatte sie der AZ kurz nach dem Entdecken gesagt. Vielleicht ein Stück weit auch sarkastisch.

Der Dachschaden könnte den Verein jedenfalls noch einige Zeit beschäftigen. Getroffen hatte es auch die eigentlich recht stabilen Holzjalousetten der Fensteröffnungen, ein Teil war durch den Sturm regelrecht aus dem Rahmen gedrückt worden. „Einige Bürger haben uns direkt auf den Schaden am Dach angesprochen, die Laus ist den Menschen in Bismark wichtig“, ist Rothe im Gespräch mit der AZ überzeugt. Wer es nicht weiß: Den Namen Goldene Laus führt allein der Volksmund. Es ranken sich allerhand Sagen und Legenden um den Turm. Vermutlich haben aber reiche Opfergaben der Bürger und Pilger den Namen geprägt. Am und im Bauwerk finden immer wieder einmal Veranstaltungen statt.

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