Sporthallen-Einweihung bringt Volksfeststimmung nach Schinne / Mehrkosten „im Limit“

„Hartnäckigkeit der örtlichen Politik“

Die neue Sporthalle in Schinne wurde eingeweiht.
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Die neue Sporthalle in Schinne wurde eingeweiht.
  • VonMaik Bock
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Schinne – Nach neun Monaten Bauzeit ist die neue Sporthalle mit einem Fest unter großen Zuspruch von Familien sowie Vertretern aus Politik und Wirtschaft eingeweiht worden.

Der Weg zum neuen Objekt sei weit und steinig gewesen, war in den Zwischenzeilen der Ansprache von Bismarks Einheitsgemeinde-Bürgermeister Annegret Schwarz (CDU) zu lesen.

Demnach erfolgte der erste Antrag 2008 noch durch die Gemeinde Schinne, seinerzeit für 1,75 Millionen Euro. „Wir haben die Turnhalle nie infrage gestellt“, erklärte Schinnes Ortsbürgermeister Ralf Berlin (FDP). Doch „ die finanziellen Mittel“ hätten es zunächst nicht ermöglicht. Auch Grundschulleiterin Marion Seider stand die Freude ins Gesicht geschrieben.

Die neue Sporthalle in Schinne ist eingeweiht worden.

Insgesamt waren es sechs Anträge, der letzte ist 2018 vom Stadtrat erfolgt. Es seien viele Klinken geputzt worden und auch viele Fragen habe es in Magdeburg gegeben, erinnerte Schwarz. Als dann das Land zwischenzeitig eine Haushaltssperre erließ und es keinen Bewilligungsbescheid für Schinne gab, habe sie ihre Tränen nicht zurückhalten könne, berichtete sie. „Wir sind im Kostenlimit geblieben. Nur 20 000 Euro mehr, das sind 1,36 Prozent der Gesamtkosten, sind aufgelaufen“, sagte Schwarz. Das Objekt habe demnach rund 1,5 Millionen Euro gekostet, der Eigenanteil der Einheitsgemeinde liege bei rund 610 000 Euro. 16 Firmen aus der Region hätten die Sporthalle errichtet, fünf Planer waren beteiligt, schilderte Bauamtsleiter Erik Dähne. Landrat Patrick Puhlmann (SPD) lobte, dass das Gebäude auch der „Hartnäckigkeit der örtlichen Politik“ und „altmärkischer Sturheit“ zu verdanken sei, während die Einheitsgemeindechefin betonte, dass der Landkreis dabei „stillgehalten“ habe und die alte Halle nicht gesperrt habe, damit Vereine und die Kinder weiter Sport betreiben konnten.

Da es in Schinne wie vielerorts Brauch ist, neue Gebäude mit Brot und Salz einzuweihen, wurde das Ritual Teil des Einweihungsfests. Schinnes Ortschaftsrat spendierte Freibier, für Kuchen und Kaffee sorgten Schinner Frauen. Auch ein obligatorischer Scherenschnitt wurde vollzogen, wobei Schwarz, Berlin, Dähne und die Planer zum Zuge kamen.

Danach waren die Mädchen und Jungen nicht mehr zu bremsen, das neue Objekt in Augenschein nehmen. Das Ereignis gestaltete sich als kleines Volksfest für den Altmarkort und seine Gäste. Die Freude über das neue Sportgebäude war auch in den Gesichtern mancher Skeptiker zu bemerken. mb

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