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Späningen: Ortschaftsrat gegen Ausbauplan der L 13

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Ein Auto biegt von der Straße aus Richtung Osterburg in Späningen in Richtung Bismark ab.
Ein A-14-Zubringer quer durch Späningen mit zwei rechtwinkligen Kurven, das will der Meßdorfer Ortschaftsrat nicht. Er will erreichen, dass eine Umgehung gebaut wird. © Lina Wüstenberg

Im Meßdorfer Ortschaftsrat gebe es eine komplette Ablehnung gegen die Planung der Landesstraße 13 als A-14-Zubringer durch Späningen, wie Ortsbürgermeister Uwe Lenz der AZ berichtet. 

Späningen/Meßdorf - Die Ortsvertreter sind nicht einverstanden mit dem Ausbauplan der Landesstraßenbaubehörde (LSBB), der eine Führung direkt durch die Ortschaft mit zwei rechtwinkligen Kurven vorsieht. Deshalb sucht Lenz nun das Gespräch mit Annegret Schwarz (CDU), Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde, um einen Grundsatzbeschluss für eine komplette Umgehung der Ortschaft zu erwirken.

Nach aktuellem Planungsstand würde die L 13 nur ein Viertel um Späningen herumführen und sonst hindurch, wie Lenz erklärt. Gerade einmal in zehn Kilometern Entfernung würde sich die Auffahrt auf die neue Altmark-Autobahn bei Osterburg befinden. So eine Teilumleitung lehnt der Ortschaftsrat aber ab.

Die Belastung für die innerörtliche Straße aufgrund von zunehmenden Schwerlastverkehrs werde größer. Dabei seien die Straßen in Späningen sowieso schon abgefahren. Die Dorfstraße ist laut Lenz derzeit noch ok. Ganz anders sieht es aber mit der Natterheider Straße aus: Diese sei eine „absolute Katastrophe“. Aufgrund des Tiefbaus gebe es dort eine ungenügende Verdichtung. „Die liegt gut 100 Jahre und ist blank gefahren“, beschreibt der Ortsbürgermeister die Basaltbahn auf der Straße. Um das Problem der komplizierten Ortslage zu lösen, wünscht sich Lenz eine von ihm bezeichnete „Schernikauer Lösung“.

In Vorbereitung auf die A 14 wurde dort 2019 eine L 15-Ortsumgehung nahe der zukünftigen Auffahrt Stendal-Mitte gebaut. Lenz ist aber auch bewusst, welchen Nachteil diese Lösung hätte. Denn damit würde die Landesstraße um Späningen herumführen und die Sanierung der innerörtlichen Straßen auf die Einheitsgemeinde zurückfallen.

Dennoch: Die LSBB habe sich aus der Verantwortung gezogen, weil der Plan nicht aktuell entschieden und umgesetzt werden müsse, kritisiert Lenz. „Aber wir schieben das sonst vor uns hin“, erklärt er und will deshalb den Standpunkt der Einheitsgemeinde hören. Dann will sich der Ortschaftsrat gemeinsam mit der Einheitsgemeinde positionieren.

Auf Anfrage der AZ erläutert Meike Portius, Regionalbereichsleiterin Nord der LSBB, genauer den aktuellen Stand und warum der Wunsch des Ortschaftsrates nicht beachtet werden kann: Dieser sei demnach berücksichtigt und neben mehreren anderen Varianten mit der Dienststelle besprochen sowie Vor- und Nachteile gegeneinander abgewogen worden. „Allerdings kann diese Variante unter Betrachtung aller Kriterien, insbesondere aus wirtschaftlichen Gründen, nicht favorisiert werden.“ Derzeit stecke das Projekt in der Phase der Entwurfsplanung mit parallel laufender Beteiligung der Träger öffentlicher Belange. Ein Beginn der Umsetzung hänge demnach vom Verlauf der Planungen und der Einordnung in das Bauprogramm ab. „Die Baukosten werden aktuell auf rund zwei Millionen Euro geschätzt.“

„Um die Zubringerstraßen in einen gut befahrbaren und vor allem verkehrssicheren Zustand“ zu versetzen, soll die L 13 innerorts grundhaft ausgebaut sowie die Nebenanlagen, Kreuzungen und Zufahrten erneuert werden. Das schließt auch die Gehwege mit ein. „Außerdem ist der bestehende Regenwasserkanal zur Ableitung des Oberflächenwassers sanierungsbedürftig und wird im Zuge der Baumaßnahme erneuert“, führt Portius weiter aus.

Vorgesehen ist eine Breite der Fahrbahn von 6,50 Meter, da die Länge des Ausbaus 1,1 Kilometer betrage. Außerdem sollen so der Begegnungsverkehr der Kraftfahrzeuge und die Führung des Landwirtschafts- und Schwerlastverkehrs abgesichert werden. Aus Richtung Meßdorf müsse diese Breite aber am Ortseingang eingeengt werden, informiert die Regionalbereichsleiterin. „Um den Verkehr trotz Engstelle sicher aneinander vorbei zu führen, wird derzeit noch untersucht, ob gegebenenfalls Rückstaulängen zu erwarten sind, die einer verkehrlichen Regelung bedürfen.“ Heißt, es müsste geprüft werden, ob die Engstelle zu Staus führt.

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