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Für Pilger Paul läuft es in Bismark auf Holz hinaus

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Von: Marco Hertzfeld

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Eine Pilgerfigur aus Bronze steht zwischen Bürgerhaus und Sparkasse in Bismark.
Der Pilger auf dem Markt weist so gesehen schon einmal auf die Goldene Laus hin. Dort soll sein Gegenstück hin. © Marco Hertzfeld

Der Pilger aus Bronze auf dem Markt soll ein hölzernes Gegenstück an der Goldenen Laus bekommen. Bismark will mit dem Wallfahrtsprojekt touristisch punkten.

Bismark – Ein Pilgerweg von einer Figur zur anderen, Ruth Rothe hat ihn nicht aus den Augen verloren. Die Figur zwischen Bürgerhaus und Kreissparkasse sei ihres Wissens nach aus Bronze, künstlerisch wertvoll und ein Hingucker sowieso. Eine zweite Figur vor der Goldenen Laus, den Resten einer früheren Wallfahrtskirche, müsse ja nicht unbedingt ebenfalls aus dieser Legierung sein. Ursprünglich hatte die Vorsitzende des Heimatvereins genau daran einmal gedacht. Eine Skulptur aus Holz von echter Künstlerhand wäre doch aber mehr als eine Zwischenlösung, findet sie. „Bei Arbeiten auf dem Friedhof ist einiges mächtiges Holz angefallen, eine Robinie beispielsweise, der Stamm dürfte im Durchmesser dicke reichen.“ Robinienholz gilt gemeinhin als ziemlich hart und vor allem widerstandsfähig gegenüber Umwelteinflüssen.

Verein denkt an Robinie oder Eiche

Natürlich könne auch Eichenholz eine gute Wahl sein. „Wir sollten die Idee auf jeden Fall weiterverfolgen.“ Und ja: Die Altmärkerin denkt bereits an einen ganz bestimmten Künstler. Die Einheitsgemeinde besteht aus 20 Ortschaften. Andree Löbnitz aus der Lüneburger Heide hat in den vergangenen Jahren nach und nach bereits ein gutes Dutzend Holzstatuen gefertigt. Erst kürzlich wurde jene für Garlipp aufgestellt. Die Kirche und eine Pumpe sind auf dem Holz zu sehen und obenauf ist mit der Motorsäge und weiterem Werkzeug eine Eule aus dem Werkstoff herausgearbeitet. Rothe, zudem Linken-Bürgermeisterin der Ortschaft Bismark, kann sich gut vorstellen, dass dieser Mann auch einen passenden Pilger erschaffen kann. „Wir werden über die Einheitsgemeinde den Kontakt suchen und fragen.“

Rathaus müsste mit ins Projekt-Boot

Rothe nennt die Metallfigur am Bürgerhaus liebevoll Peter. Wer den Pilger angefertigt hat, fällt ihr auf die Schnelle nicht ein. Das Geldinstitut nebenan habe diese ja quasi mit der Sanierung des historischen Marktplatzes vor mehr als einem Jahrzehnt spendiert. Eine Figur an der Goldenen Laus, dem Wahrzeichen der Stadt, befände sich dann auf kommunalem Gelände. Das Rathaus und Annegret Schwarz (CDU), Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde, müssten schon deshalb mit ins Boot. Von Peter könnte es auf einer bestimmten Route zur Goldenen Laus gehen und dort würde das Gegenstück warten, der Paul. Von Peter zu Paul, von einer Skulptur zur anderen. Mit Peter und Paul, Petrus und Paulus, dürften nicht nur Christen etwas anfangen können.

Einen Künstler bereits im Blick

Ein Pilgerweg aus Peter und Paul auf direkter Linie wäre nicht sonderlich lang, er führte sicherlich vorbei an der Stadtkirche, durch die Alte Straße auf die Kirchhofstraße. Selbstredend könnten die Heimatfreunde um Rothe auch eine andere Route auswählen. Die Kosten für einen Paul aus Bronze dürften locker in die Tausende Euro gehen. Ein Paul aus Holz könnte genauso künstlerisch wertvoll sein, sich aber vom Materialpreis günstiger zeigen. Ein mögliches Projekt an diesem Punkt neu auszurichten, ergibt für Rothe durchaus Sinn. Im Juni hatte Rothe, Anfang 70, im Gespräch mit der AZ noch eher auf Bronze und Sponsoren im größeren Maße gesetzt. So oder so könne ein Pilgerweg von Peter zu Paul oder umgekehrt die Ortschaft gerade auch touristisch bereichern, glaubt sie.

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