Verein will neue Hand für Angler-Skulptur nicht ganz ausschließen

Siegerfaust am Klädener Köhnsee bleibt noch verloren

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Der Holzfischer vom Köhnsee, wie er im Internet auch genannt wird, hat eine Hand verloren. Ersatz scheint zumindest nicht ganz ausgeschlossen. Zu den Füßen hat der Angler übrigens einen Hund sitzen, ebenfalls aus Holz.

Kläden – Die Sonne lässt den Köhnsee glänzen, der Wind das Wasser kräuseln. Die perfekte Bühne für ihn, den Angler. Stolz präsentiert er seinen Fang. Einen zweiten Fisch könnte die Skulptur nicht halten, auch wenn es der Künstler so vorgesehen hätte.

Die linke Hand fehlt, nur ein blanker Stumpf ist geblieben. „Wir haben immer wieder einmal überlegt, dass fehlende Stück selbst zu ersetzen oder es fachmännisch ersetzen zu lassen“, berichtet Norbert Schwellnus, Vorstandsmitglied des Klädener Angelvereins.

Letztendlich mache der Angelkollege aus Holz auch mit nur einer Hand eine gute Figur, wenngleich ein Ersatz der zweiten natürlich schön wäre. „Vielleicht kommt das ja noch einmal auf die Tagesordnung. “.

Seit mindestens vier Jahren steht die Skulptur am Ufer, ein echter Hingucker, schon von der Straße aus ist sie zu sehen. Der hölzerne Körper blieb nicht lange komplett. „Irgendwelche Chaoten haben den Angler wohl über Himmelfahrt mutwillig beschädigt“, erinnert sich Schwellnus. In welchem Jahr genau das geschehen ist, daran kann er sich nicht mehr erinnern. „Es könnte gleich kurz nach dem Aufstellen passiert sein.“ Die Banausen hatten offenbar auch ein Feuer gemacht und das Holzstück hineingeworfen. Anzeige habe der Verein damals nicht erstattet. Der kunstvolle Angler vom Köhnsee blieb ohne Hand zurück. „Uns ärgert dies immer noch.“ Die Täter wurden nie geschnappt.

Das Gewässer soll bei Petrijüngern beliebt sein. Das Areal an der Landesstraße 15 ist mit viel Herzblut hergerichtet. Auch Radtouristen dürften sich dort wohlfühlen, es gibt Bänke, einen überdachten Rastplatz und eine große Karte der Umgebung. In einem Videoportal im Internet lassen sich einige Sequenzen zum See finden.

Fotos auf einer Seite der Einheitsgemeinde Bismark zeigen die Skulptur in voller Pracht, der Angler hatte die Hand ganz offensichtlich zur Faust geballt. Völlig zu Recht, schließlich ist der Fang imposant und sehr wahrscheinlich ein Hecht dazu. „Geschaffen hat es damals ein Künstler in Arendsee“, weiß Schwellnus noch. Gesponsert wurde es von einem Energieunternehmen.

Eine tiefe Kerbe im Kopf fällt auch noch auf, sie ist von Beginn an vorhanden. Die Figur hat längste Patina angesetzt, unansehnlich scheint sie dadurch nicht, im Gegenteil. Mancher nennt den Angler auch Fischer, andere nicht und sehen den Unterschied. Der Klädener Angelverein zählt momentan 75 Mitglieder. Auch etliche junge Leute seien darunter, berichtet Schwellnus der AZ. Noch habe die Saison nicht so richtig begonnen. Der Kalender der organisierten Angler füllt sich mehr und mehr. Im März soll es einen größeren Arbeitseinsatz geben, Details werden noch bekannt gegeben. Der Altmärker freut sich jedenfalls bereits auf das neue Jahr und die zahlreichen Stunden am Köhnsee.

„Das Gelände ist ein idyllisches Fleckchen Erde, von der Landschaft, Lage und Außenwirkung her und auch von den Aktivitäten der fleißigen Anglergruppe“, schwärmt Verena Schlüsselburg. Die Skulptur stehe ja schon einige Jahre dort und die Hand sei in der Tat schon fast genauso lange ab. Die Klädenerin ist bei der Übergabe der Holzfigur dabei gewesen. Schlüsselburg war damals die Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde. Der See soll laut älteren Zeitungsberichten übrigens in den 1960er-Jahren durch Ausbaggerungen in einer Senke entstanden sein, anfänglich der Bewässerung von Gemüse gedient haben und den Namen eines LPG-Vorsitzenden tragen.

VON MARCO HERTZFELD 

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