Mit großem Besteck am Lernort / Kreis investiert kräftig

Sekundarschule Bismark: Mensabau startet im April

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Der Briefkasten vor der altehrwürdigen Tür einer Schule für mehr als 200 junge Altmärker.

Bismark – Der Unterricht ist für diesen Tag aus, eine Gruppe Jugendlicher hört an der Bushaltestelle Musik, die Sonne scheint. Die Fassade des Altbaus glänzt im Licht, selbst ohne das macht sie einen recht attraktiven Eindruck.

Im Inneren des Gebäudes stehen dafür einige Arbeiten an. Der Landkreis will die Bismarker Sekundarschule weiter für die Zukunft gestalten und investiert kräftig. Der herausragende Teil der Vorhaben liegt außerhalb beider Häuser. Auf dem Hof entsteht ein sogenannter Multifunktionsraum.

Der Altbau rechts ist deutlich größer als der jüngere Teil dahinter. Der Kran links hat nichts mit der geplanten Mensa zu tun, er gehört zu einer Firma nebenan.

Dieser Raum hat es in sich und soll in der Tat vielfältig sein. Zuallererst ist er eine Mensa mit Ausgabeküche. Das heißt: Es wird nicht vor Ort gekocht, das Essen wird angeliefert und in der Schule portioniert. Der Ergänzungsbau, wie es in der Amtssprache auch heißt, soll möglichst auch Schulkiosk und Stuhllager sein. Sanitär- und Technikräume werden ebenfalls geschaffen. Im Neubau können Klassenarbeiten geschrieben werden, Elternversammlungen stattfinden und andere schulische Veranstaltungen über die Bühne gehen.

Der Bauantrag liegt vor. Die Arbeiter sollen schon in einigen Wochen loslegen können. Das Projekt soll zwischen April und Dezember umgesetzt werden. Die Gesamtkosten liegen bei 780 000 Euro. Der Neubau werde über das Programm Stark V gefördert, lässt das Fachamt in Stendal über die Pressestelle im Landratsamt verlauten. Wer es nicht weiß: Die Bildungsstätte befindet sich in der Kernstadt an der Karl-Marx-Straße und ist die einzige Sekundarschule im Gebiet der Einheitsgemeinde Bismark.

Der Komplex besteht derzeit im Wesentlichen aus zwei Objekten, einem Altbau und einem Neubau. „Der Neubau ist in einem guten bis sehr guten Zustand“, schreibt Kreissprecherin Angela Vogel auf Nachfrage der AZ. „Der Altbau wurde in den letzten Jahrzehnten nur teilweise saniert, sodass hier Investitionen notwendig sind.“ Ganz oben auf der Liste stehen Klassenräume, die saniert werden müssen. In der Einrichtung werden der eigenen Internetseite zufolge mehr als 200 Kinder von über 20 Lehrern unterrichtet.

Im Mai sollen im Altbau erste Arbeiten beginnen. Der Fachunterrichtsraum Hauswirtschaft wird saniert, der Lehrerbereich umgebaut. Der Landkreis Stendal greift für eine Reihe an Vorhaben nur in die eigene Tasche und rechnet hier mit Kosten in Höhe von circa 220 000 Euro. Ende des Jahres sollen die Handwerker fertig sein, so ist es zumindest geplant. Der ziegelrote Neubau hinter dem älteren Teil ist übrigens vor knapp zehn Jahren errichtet worden. Die Anfänge des Lernortes reichen laut einer Schulchronik mindestens bis 1912 zurück.

Eine sogenannte allgemeine Sanierung soll über das Förderprogramm „Schulinfrastruktur“ gelingen. Der Landkreis geht von fast 900 000 Euro Gesamtkosten aus. Der komplette Altbau soll im Inneren saniert werden, nicht zuletzt geht es um Brandschutz und die Elektroanlage. Ausgeführt werden sollen diese Arbeiten im nächsten Jahr. Ein weiteres Projekt haben die Verantwortlichen in den Ämtern auch noch im Blick, einen neuen Pausenhof. „Die Sanierung des Schulhofes hat der Landkreis längerfristig vor“, weiß Sprecherin Vogel.

Schon 2017 und 2018 waren Handwerker im größeren Maße im Komplex angerückt. Sie widmeten sich der Fassade, dem Wärmeschutz und der Bauwerksabdichtung. Fenster und Eingangstüren wurden ausgetauscht, Senkrechtmarkisen auf der Ost- und Südseite eingebaut, die Heizungsanlage erneuert. Fachleute nennen dies energetische Sanierung. Die Rechnung betrug damals insgesamt etwa 690 000 Euro. Eine Förderung über Stark V machte das Ganze mit möglich. Nun rückt der Altbau wieder in den Fokus.

Landrat Carsten Wulfänger (CDU) hatte im September im Kreistag über laufende und geplante Projekte in den Schulen des Landkreises berichtet. Die Arbeiten im Altbau seien dringend nötig. Zum Teil befänden sich dort noch Tapeten aus der DDR-Zeit an den Wänden. Der sozialistische Staat ist 1990 endgültig untergegangen. Bereichern soll drei Jahrzehnte später die Mensa auf dem Schulhof. Für den Lernort ergeben sich neue Möglichkeiten, es gibt danach schlichtweg auch mehr Platz. Arbeiter bekommen für dieses Jahr in der Bismarker Sekundarschule wieder so etwas wie einen Dauerauftrag.

VON MARCO HERTZFELD  

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