Zwölfjährige macht mit der Familie Urlaub auf Mallorca

Schwerkranke Paula (12) aus Hohenwulsch sieht das Mittelmeer

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Ein Traum ging in Erfüllung: Die schwerkranke Zwölfjährige Paula aus Hohenwulsch war mit Bruder Luca und ihren Eltern Jennifer und René am Mittelmeer.

Hohenwulsch – Die schwer an Krebs erkrankte Paula wollte unbedingt das Mittelmeer sehen (AZ berichtete). Und diesen Wunsch konnte ihr im neuen Jahr erfüllt werden. Die Familie aus Hohenwulsch reiste nach Mallorca. Die Zwölfjährige ist mit den Füßen im Wasser gewesen.

Ein bewegender Moment, das Mädchen soll so viel erleben. „Paula war die ersten Tage auch sehr gut zu Fuß unterwegs, aber es hat sie sehr angestrengt“, berichtet Mutter Jennifer Schulz.

Schon die Reise auf die Baleareninsel war aufregend. Allein Vater René Pieper saß schon einmal in einem Flieger. Alles verlief gut, gerade Paula und der sechsjährige Bruder Luca blieben beim Trip in Richtung Spanien ziemlich gelassen. Die Sonneninsel habe sich von ihrer schönsten Seite gezeigt, erzählt die Mutter der AZ. Das Thermometer zeigte an diesen Tagen bis zu 17 Grad Celsius an. Ein großer Unterschied zur heimatlichen Altmark.

„Wir waren am Meer, im Palma-Aquarium, im Safari-Park, natürlich shoppen. Eigentlich waren wir jeden Tag unterwegs.“ Auch der schönste Urlaub geht einmal zu Ende und es ging zurück nach Deutschland. Kurz darauf schauten sich die Altmärker die Pferdeshow „Apassionata“ in Braunschweig an. Momentan fühle sich Paula schlapp und schlafe viel, weiß die Mama. Irgendwann soll es aber nach Italien gehen. Paulas ganz großer Traum.

Für den 2. März steht erst einmal Disney on Ice in Hannover auf dem Programm. Die junge Hohenwulscherin freue sich schon sehr darauf. So viele Menschen würden all das und einiges mehr möglich machen, bedankt sich Mutter Jennifer. Nur zur Erinnerung: An Heiligabend kamen in Stendal viele Hundert Menschen auch für Paula zusammen. Bei dem traditionellen Weihnachtssingen auf dem Marktplatz wurden 1730 Euro gespendet.

Bewegt berichtet die gebürtige Niedersächsin auch von den vielen lieben Menschen im Dorf und vom Frauenverein, der eine Spendenaktion ins Leben gerufen habe. Insgesamt mehr als 12 000 Euro konnten inzwischen übergeben werden, der Mutter fehlen in dieser Sekunde ein wenig die Worte. Es sei ein schönes Gefühl, auf dieser Welt nicht allein zu sein. Die Familie hat weitere Pläne. „Wir werden sehen, wie es Paula geht.“

Im Dezember 2017 änderte sich das Leben des Mädchens schlagartig. Im Unterleib wucherte ein bösartiger Tumor. Die Ärzte operierten. Alles schien gut. In der Osterzeit folgte die nächste Schocknachricht, mehrere kleine Tumore hatten sich an derselben Stelle gebildet. Krankenhaus, Chemotherapie, Tabletten: Paula kämpft. Seit fast einem Jahr geht sie nicht mehr zur Schule. Sie vermisst ihre Klassenkameraden in Stendal.

VON MARCO HERTZFELD

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