Klaus und Ingeborg Hummel bekommen vom Naturschutzbund Plakette für „Schwalbenfreundliches Haus“

Schwalben sind immer willkommen

Michael Arens vom Naturschutzbund (v.l.) überreicht an Hans Strauer aus Berkau und Ingeborg und Klaus Hummel aus Büste die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“. Foto: Lange

Büste. In der Toreinfahrt der Familie Hummel in Büste herrscht ein reges Kommen und Gehen. In der Luft. Während sich der Storch auf dem Haus den Regen aufs Gefieder prasseln lässt, ziehen zahlreiche Schwalben ihre Kreise, bevor sie in ihren Nestern verschwinden.

18 dieser Schwalbennester sind auf dem Hof zu finden – der Großteil in der Toreinfahrt. Und das ist auch so gewollt.

Wo andere Hauseigentümer alle Nistmöglichkeiten der Vögel zumauern, die Nester entfernen oder die Ställe und Scheunen schließen, haben Klaus und Ingeborg Hummel extra noch Leitungen in der Luft verlegt, auf denen die Schwalben sitzen können. Für dieses Engagement hat der Naturschutzbund (Nabu) in diesem Jahr erstmals eine Auszeichnung ins Leben gerufen: Die Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“. Mit dieser Plakette samt Urkunde darf sich das Ehepaar Hummel seit gestern schmücken. Michael Arens übergab die Auszeichnung auf dem Büster Hof. Die Plakette ist quadratisch und durchsichtig. Auf ihr füttert eine Schwalbe ihre Jungen im Nest.

Extra für Schwalben

neue Leitungen gezogen

Bislang haben 50 Häuser in Sachsen-Anhalt die Plakette erhalten. Auch Hans Strauer und Wolf-Dieter Wichmann aus Berkau gehören seit gestern dazu. Mit der Aktion möchte der Nabu auch auf die schlechter werdende Situation der Zugvögel hinweisen. Möglichkeiten zum Nestbau werden immer weniger, erklärte Arens. Die Ställe, wie sie früher einmal waren, existieren teilweise nicht mehr oder sind für den Nestbau nicht geeignet. Dem wirken die Hummels entgegen.

Nachdem die Oberleitungen in Büste vor einigen Jahren ins Erdreich verlegt wurden, wollten sie die alten Leitungen behalten. Für die Schwalben. Als die Kabel aber dennoch abgenommen wurden, hat das Ehepaar einfach neue Leitungen vom Haus zur Scheune ziehen lassen. „Da sitzen die Schwalben und putzen und baden sich“, erklärte Ingeborg Hummel, während sie Eierschalen aufhebt, die aus den Nestern geworfen wurden. Von der befestigten Toreinfahrt nehmen sich die Vögel auch den feuchten Lehm, um ihre Nester besser zu befestigen. Und auch das ist gewollt, stellen die Büster klar.

Schwalben sind allerdings nicht die einzigen Vögel, für die sich das Ehepaar seit Jahren einsetzt. Auch ein Starenkasten hängt am Gebäude, ein Kasten für Schleiereulen findet sich in der Scheune. Nicht gefiedert, aber dennoch fliegend kommen die Fledermäuse daher, deren Kasten ebenfalls in der Toreinfahrt hängt.

„Mehl- und Rauchschwalben leisten in den Dörfern auch einen wichtigen Beitrag für die Lebensqualität des Menschen, denn sie ernähren sich ausschließlich von fliegenden Insekten“, erklärt der Nabu. Doch die Hinterlassenschaft der Tiere sind der Verdruss vieler Hausbesitzer. Die Fassade wird verschmutzt, deshalb werden bei Haussanierungen Nester entfernt, häufig auch widerrechtlich. Schmutzabweisende Fassadenfarben verhindern außerdem den Neubau der Schwalben-Lehmnester.

Von Bianca Lange

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