Schutzengel am Bahnübergang

Rettungskräfte eilten am Mittwochabend zum Klädener Bahnübergang. Ein Pkw kollidierte mit einem EC. Der Fahrer blieb unverletzt.

mb Kläden. Ein schrecklicher Unfall mit glücklichem Ausgang ereignete sich am Mittwochabend gegen 19.15 Uhr auf der Landstraße 15 am Klädener Bahnübergang. Ein 18-jähriger Fahrzeugführer, der von seinem Wohnort Karritz (Altmarkkreis Salzwedel) auf dem Weg nach Möringen war, geriet ins Schleudern und kam auf dem Dach zum Erliegen. Mitten auf dem Bahnübergang.

Martin N. wollte zum Fußball schauen. Zum Kumpel nach Möringen. Dort kam der 18-Jährige jedoch nicht an. Wie der 18-Jährige, der beim Unfall nicht verletzt wurde, schilderte, merkte er Geräusche, die scheinbar aus dem Radkasten seines Citroen herrührten. „Es war der Split.“ Jener Rollsplitt war auf der Straße aufgetragen worden, eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 40 km/h ausgeschildert. „Dann bremste ich und auf einmal kam ich ins Schleudern. Schon lag mein kleiner Citroën Saxo auf dem Dach mitten auf dem Bahnübergang.“ Zwei Ersthelfer, die nur wenige Sekunden später auf den Unfall zukamen, rannten zum Auto. „Ich dachte, was liegt denn da“, sagte einer der beiden. „Plötzlich geht die Kofferraumklappe auf und ein Junge kriecht heraus.“ Martin N. hatte Glück. Kurz nachdem er das Auto verließ, gingen die Bahnschranken herunter und aus Richtung Stendal näherte sich ein Zug. „Wir haben noch versucht, das Auto von den Gleisen zu schieben. Doch es ging nicht.“ Der EuroCity (EC 340) Krakau-Hamburg brauste heran. Trotz eingeleiteter Gefahrenbremsung des Zugführers kam es zum Zusammenstoß mit dem Pkw. Dieser wurde mitgeschliffen und völlig zerstört, heißt es im Polizeibericht. Es hätte einen riesigen Knall gegeben, der Citroen flog durch die Luft. Der 18-jährige, der vermutlich viel zu schnell fuhr, stand am Bahnübergang plötzlich unter Schock.

Der EC kam circa 700 Meter nach der Kollision zum Stehen. Gegen 19.22 Uhr wurde der Rettungswagen aus Kläden und der Notarzt aus Stendal alarmiert. Zeitgleich heulten die Sirenen in Steinfeld und Kläden. Die Retter machten sich auf das Schlimmste gefasst. Dann die glückliche Lagemeldung an die Leitstelle: keine Person im Auto. Die Landespolizei sowie die Bundespolizei eilten zum Unfallort. Der Bahnübergang wurde ebenso wie die Bahnstrecke Stendal-Salzwedel (bis 22.38 Uhr) gesperrt. Auch die L 15 blieb bis 21.30 Uhr dicht.

Der Zugführer erlitt einen Schock. Die Zugpassagiere wurden nicht verletzt. Da der Zug nicht mehr fahrbereit war, wurde er zurück in den Bahnhof Stendal gezogen. Die Fahrgäste konnten anschließend in einem Ersatzzug ihre Reise fortsetzen. Der Führerschein des 18-Jährigen wurde sichergestellt, teilt die Polizei mit.

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