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Schönfelder Fleischerzeuger ärgert sich über weggeworfene Lebensmittel

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Lebensmittel im Müll *** Food in the garbage
Viel zu viele Lebensmittel werden aus Unwissen weggeworfen, findet Schweinezüchter Hubertus von Rundstedt aus Schönfeld. Er wünscht sich, dass mehr Menschen darauf achten. © www.viennaslide.com via www.imag

„In Deutschland ist das irre!“ Hubertus von Rundstedt, seines Zeichens Schweinezüchter und Landwirt aus Schönfeld, ärgert sich über die bundesweit hohe Verschwendung von Lebensmitteln.

Schönfeld - Noch essbare Nahrungsmittel würden oft aufgrund von Unwissenheit vernichtet.

Dies gelte für den Wert der Ware, als auch für die Entsorgung, erklärt von Rundstedt. Laut einer Studie des „Johann Heinrich von Thünen“-Instituts im Auftrag des Bundesernährungsministeriums entstehen im Jahr Lebensmittelabfälle von zwölf Millionen Tonnen. Diese fallen im gesamten Lebensmittel-Kreislauf an. Mit 52 Prozent entsteht der größte Teil allerdings in privaten Haushalten.

„Das ist eine Schande“, findet von Rundstedt und ruft dazu auf, mehr darauf zu achten. „Da müssen alle was dagegen tun.“ Er selbst züchtet Schweine und zieht diese etwa acht Monate lang auf, bevor sie abgeholt und geschlachtet werden.

Der Schönfelder Züchter berichtet von einer Situation, die er in einem Restaurant selbst erlebt habe: Da hätte eine Kundin mehrmals ein Steak abgewiesen, weil es innen noch rot war. „Die wusste nicht einmal, was medium ist“, erklärt von Rundstedt. „Da werde ich als Erzeuger böse, das können Sie sich vorstellen.“

Eine solche Unwissenheit verschlimmere die Verschwendung, denn die Verbraucher wüssten auch nicht, was mit den weggeworfenen Lebensmitteln geschehe, ob sie kompostierbar sind. Für von Rundstedt fehlt es einfach an Wertschätzung und Wissen um den Herstellungsaufwand von Lebensmitteln.

Weggeworfene Lebensmittel und die Afrikanische Schweinepest

In die Natur geworfenes Essen in Großstädten sei zudem ein unkontrollierbarer Faktor, denn dies ziehe Wildtiere an. Das erhöht laut dem Züchter auch die Wahrscheinlichkeit, Krankheiten wie die Afrikanische Schweinepest zu übertragen. „Die Wildschweindichte in Berlin ist irre hoch. Es ist ein großes Problem im Grunewald, wenn Leute die Wildschweine füttern“, erklärt der Züchter.

Es müsse mehr darüber informiert werden, was das Verfüttern an Wildtiere oder Wegschmeißen von Essensresten in der Natur oder auf einen nicht abgezäunten Komposthaufen anrichte. Es sei nicht abzuschätzen, welche Viren Waschbären, Nutria und andere invasive Arten mit sich herumtragen.

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