Naturbad verschlammt

Bagger am Kolk: Pläne in Bismark noch auf Sand gebaut

Das Naturbad Kolk in Bismark ist teilweise von Schilf umgeben.
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Der Kolk in Bismark soll in jüngster Vergangenheit einiges an Wasser verloren haben.
  • Marco Hertzfeld
    VonMarco Hertzfeld
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Schlamm soll sich in größerem Maße abgelagert haben. Zudem erreicht der Wasserspiegel nach Dürrejahren nicht mehr alte Höhen. Immer wieder einmal hat Bismark über ein Ausbaggern des Naturbads Kolk diskutiert. Ortsbürgermeisterin Ruth Rothe will nun verstärkt das Gespräch mit der Stadt suchen.

Bismark – „Der Kolk droht zu versanden oder zu verschlammen, je nach Perspektive“, meint Ruth Rothe. Zwischen 40 und 80 Zentimeter Schlick sollen sich stellenweise angesammelt haben. Zudem bewege sich der Wasserspiegel nach wie vor fern alter gesunder Höhen, gut ein halber Meter fehle. „Über kurz oder lang muss der See einfach ausgebaggert werden“, ist die Linken-Ortsbürgermeisterin überzeugt. Die Technik müsse ja nicht überall im Bismarker Naturbad zum Einsatz kommen. „Wahrscheinlich reichen schon gezielte Arbeiten vorne, im befestigten Bereich.“ Rothe will noch einmal das Gespräch mit Annegret Schwarz (CDU), Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde, suchen, die kommunale Familie aus insgesamt 20 Ortschaften ist Träger der Freizeiteinrichtung.

Vor allem das Umfeld des Kiosks soll am Kolk in Bismark neu gestaltet werden.

Der Kolk, vor langer Zeit eine gewerbliche Tongrube, sei den Bürgern wichtig. Die Stadt zählt jährlich mehrere Tausend Badegäste. Dass ein Ausbaggern des Sees gleich in die Millionen gehe, das befürchtet die Ortschefin nicht. „Wir müssen uns an einen Tisch setzen und die Verwaltung muss die möglichen Kosten genauer durchrechnen.“ Vielleicht gebe es ja doch einen Fördertopf, der bei einem Vorhaben dieser Art helfe. „Passieren muss jedenfalls etwas“, sagt Rothe in dieser Woche gegenüber der AZ. Mit den Arbeiten sollte sich auch die Wasserqualität verbessern. Zumal der Kolk Bade- und Angelgewässer sei. Im Jahr 2018 wurden im Kampf gegen einen Waldbrand ganz in der Nähe erhebliche Mengen Wasser abgepumpt. Und dann folgten auch noch längere Dürreperioden.

Seilbahnprojekt tot, Kiosk soll aufleben

Der Kolk erhalte von der Gewässeraufsicht regelmäßig gute Noten. Die Genossin will, dass dies auch so bleibt. „Aber wir müssen die Entwicklung als Ganzes betrachten und dürfen nicht ewig warten.“ Im Kolk-Förderverein hätten Einheitsgemeinde, Ortschaftsrat und sie einen Partner. Wobei es für die Zukunft in der Arbeit sicherlich noch Luft nach oben gebe, formuliert Rothe vorsichtig. „Vom Verein sind bereits Signale gekommen, sich noch stärker bei den Veranstaltungen einzubringen.“ Gemeinsam im Blick haben die Akteure auch mögliche und unmögliche Projekte zur weiteren Gestaltung des Geländes. Das Umfeld des Kiosks soll attraktiver werden, Ideen sind gefragt. Auch soll das eine oder andere Tretboot angeschafft werden, Rothe will da noch die Folgekosten geprüft sehen.

Mindestens auf Eis gelegt ist ein anderes Vorhaben in der größten Ortschaft, der Kernstadt. „Bei dieser Art Handseilbahn steht man auf einem Brett oder Ähnlichem. Es funktioniert im Prinzip wie eine Gierseilfähre, nur eben eine Nummer kleiner.“ Das Angebot hätte sich vornehmlich an Kinder gerichtet, nun ist es erst einmal vom Tisch. „Im gegenseitigen Einvernehmen mit dem Kolkverein“, will die Ortsbürgermeisterin betont wissen. Der Aufwand sei dann vielleicht doch zu groß, der Nutzen überschaubar. „Es geht bei solchen Dingen auch immer um Sicherheit und Auflagen.“ Und dennoch: Das Naturbad soll sich inhaltlich erweitern, wachsen. „Es müssen Dinge her, die gut zu sehen sind. Wichtig scheint mir Neues, das bunt ist, das Auge anzieht.“ Genauer kann Rothe offenbar noch nicht werden. „Für Tipps von außen sind wir offen.“

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