Stadt wartet noch immer auf Fördergeld / Minimalziel: Spatenstich 2019

Schinner Sporthallen-Projekt geht Puste aus

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Die Bildungsstätte in der Bismarker Ortschaft stammt noch aus DDR-Zeiten.

Schinne – Die ganz große Euphorie ist verschwunden. Dass die Grundschule in Schinne endlich die lang ersehnte Sporthalle bekommt, darauf setzt Annegret Schwarz (CDU) nach wie vor.

Schließlich steht das Projekt auf einer Prioritätenliste des Landes und die ist schon vor mehr als einem halben Jahr bestätigt worden.

Annegret Schwarz (CDU), Bürgermeisterin in Bismark.

Was fehlt, ist noch immer der ordentliche Förderbescheid. Ist das Papier aus Magdeburg da, soll sofort der Bauantrag gestellt werden. Mindestens den symbolträchtigen ersten Spatenstich soll es 2019 noch geben. „Es ist mein größter Wunsch für dieses Jahr“, schraubt die Bürgermeisterin ihre Erwartungen herunter.

Das Land hatte der Einheitsgemeinde Bismark, Träger der Schule, eine Reihe von Auflagen erteilt und zusätzliche Unterlagen eingefordert. Die gesamte Kostenrechnung stand noch einmal auf dem Prüfstand. Schwarz führte Gespräche am Telefon und weilte vergangene Woche in Magdeburg. „Die Signale sind weiterhin positiv. Doch das ganze Prozedere zerrt schon an den Nerven“, macht die Altmärkerin im AZ-Gespräch aus ihrem Herzen keine Mördergrube. Inzwischen seien alle zusätzlichen Unterlagen an das Land übergeben, will sie unterstrichen wissen. „Nun können wir nur wieder auf den Fördermittelbescheid warten.“

Die Kosten des Projektes in der Bismarker Ortschaft steigen voraussichtlich leicht an, der Anteil der Kommune soll in etwa gleich bleiben. Ins Detail kann und will die Bürgermeisterin nicht gehen. Im Januar hatte eine Sprecherin des Ministeriums für Inneres und Sport Gesamtausgaben in Höhe von knapp 1,4 Millionen Euro gesehen. Die Einheitsgemeinde steuert demnach aus eigener Kasse 492 000 Euro bei. Aus der Sportstättenförderung des Landes Sachsen-Anhalt sollten circa 679  000 Euro kommen, aus einem Bundesprogramm zur Förderung der Schulinfrastruktur finanzschwacher Kommunen 212  000 Euro.

Die Einfeldsporthalle in Schinne soll vorrangig dem Vereinssport dienen, aber nicht zuletzt auch für den Schulsport da sein. Politik und Verwaltung kämpfen seit mindestens 15 Jahren für den Bau einer Halle. Immer wieder einmal sind Förderanträge gestellt worden, genauso regelmäßig flatterten Absagen ins Rathaus. Für den weiteren Erhalt der Grundschule sei eine eigene richtige Turnhalle enorm wichtig, betont Bürgermeisterin Schwarz regelmäßig. Zudem soll sich die Halle nicht allein für Sportvereine aus Schinne öffnen, sondern auch denen in der Umgebung helfen. Der Platz sei überall recht knapp.

Die Schinner Grundschüler nutzen nach Ende der Sommerferien wieder vor allem den ehemaligen Saal einer Gaststätte für den Sportunterricht. Einige Hundert Meter und geschätzt zehn Minuten sind die Kinder bis dorthin jedes Mal unterwegs. Die Halle soll direkt auf dem Areal der Bildungsstätte errichtet werden. Die Schule wurde 1967 mitten in der DDR-Ära eingeweiht, ohne Turnhalle. Selbst für die damalige Zeit eher die Ausnahme als die Regel. Andere Vorhaben schienen den Verantwortlichen wichtiger. Ein bitteres Versäumnis, das die Bürgermeisterin nach all dem Hin und Her lieber heute als morgen bereinigt wissen will.

VON MARCO HERTZFELD 

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