Franz Lenz ist der erste Milchbauer landesweit, der eine „Elternzeit für Kühe“ einführt

Schinner Landwirt geht neuen Weg

Tino Wiemeier (r.) wollte für eine Liveschaltung nach Schinne alles über die Elternzeit bei den Kühen von Frank Lenz wissen. Der Landwirt geht mit seiner Idee einen für Betriebe dieser Größenordnung in Sachsen-Anhalt ganz neuen Weg.
+
Tino Wiemeier (r.) wollte für eine Liveschaltung nach Schinne alles über die Elternzeit bei den Kühen von Frank Lenz wissen. Der Landwirt geht mit seiner Idee einen für Betriebe dieser Größenordnung in Sachsen-Anhalt ganz neuen Weg.

mb Schinne. Dass man Kinder mit Kühen und Kälbchen glücklich machen kann, war gestern bei Familie Lenz in Schinne zu erleben. Aber auch, dass die Kühe mit ihrem Nachwuchs glücklich sind, denn genau das liegt Familie Lenz am Herzen.

Elternzeit für Kuh und Kalb gibt es ab sofort in Schinne. Dieses Kalb wurde erst am Mittwoch geboren und genießt nun die nächsten fünf Tage den intensiven Kontakt zur Mutter.

Die Kälbchen hatten erst am Dienstag bzw. Mittwoch das Licht der Welt erblickt. „Jeden Tag werden Kälbchen geboren“, sagte Frank Lenz, dessen Betrieb 350 Milchkühe zählt. Lenz geht einen für das Bundesland völlig neuen Weg, den er „Elternzeit für Kühe“ nennt und mit dem er gegen die Milchkrise ansteuern will. In konventionellen Milchviehbetrieben werden die neugeborenen Kälber normalerweise gleich nach der Geburt von der Mutter getrennt. Das macht den organisatorischen Aufwand einfacher und soll wirtschaftlicher sein. Frank Lenz ist in ganz Sachsen-Anhalt der erste Milchbauer, der in einem Großbetrieb den Kühen Elternzeit gibt.

Eine Strohburg sorgten für die kletterbegeisterten Kinder für viel Spaß bei ihrem Besuch auf dem Bauernhof.

Wie wichtig diese Zeit ist, weiß Lenz aus eigener Erfahrung: Der 37-Jährige ist vor 14 Tagen zum dritten Mal Vater geworden. Nach Karl (6) und Ida (4) brachte seine Frau Anne-Katrin den kleinen Konrad zur Welt. Nach Angaben von Anne-Katrin Lenz bleiben die Kälber nach der Geburt fünf Tage bei der Mutter auf der Weide, danach sind sie immer mal für einige Stunden zusammen. Damit soll die Bindungsphase zwischen Mutterkuh und Kalb gefestigt werden.

Mit bunten Farben konnten die Kinder Bilder und Figuren auf das sogenannte Kälber-Iglu malen.

Wie das aussieht, davon machten sich gestern 46 Mädchen und Jungen aus dem evangelischen Kindergarten in Stendal ein Bild. Sie versorgten die Kälbchen, Ponys, Hasen und Enten mit Streicheleinheiten, tobten auf den Strohballen herum und ließen sich mit der Kutsche chauffieren. Ihre persönliche Handschrift konnten die Kinder auf einem sogenannten Iglu für Kälber hinterlassen, das sie mit bunten Farben bemalten.

Der MDR filmte das Ganze und berichtete live aus Schinne über das Projekt, das mehr Tierwohl gewidmet ist.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare