„Schinne hat auf jeden Fall Zukunft“

Auch der Ortschronist Wilfried Rogge (Mitte) begleitete den Rundgang der achtköpfigen Wettbewerbs-Jury durch Schinne und konnte allerlei Historisches erklären.

Schinne. „Wenn ein Dorf Zukunft hat, dann ist es unseres!“ Der stellvertretende Ortsbürgermeister Wilbert Matthias sieht gute Chancen für Schinne auf der Kreisebene des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ zu gewinnen. Sonst hätte man sich ja auch nicht bewerben müssen. Am Dienstagnachmittag besichtigte die Wettbewerbs-Jury alle drei Dörfer, die sich beworben hatten: Garz, Gladigau und eben Schinne. Als letzter Ort auf der Rundreise trafen acht Preisrichter erst verspätet ein, wurden dann aber schließlich von Matthias, dem Schinner Ortschronisten Wilfried Rogge und dem stellvertrendenen Bürgermeister der Einheitsgemeinde, Eberhard Genz, im Dorfgemeinschaftshaus begrüßt und auf einen Rundgang durch das Dorf eingeladen. Beginnend mit dem Kriegerdenkmal, welches nach und nach wieder sicher und anschließend aufgestellt wurde, war auch die Kirche einen Besuch wert.

Dass von dem ehemaligen Rittergut nur der Park und einige wenige kleine Gebäude übrig sind, konnte die Jury den Erläuterungen Matthias’ entnehmen. Auch Bürgermeister Ralf Berlin schloss sich dem Rundgang an. „Schinne hat auf jeden Fall Zukunft und dafür ziehen hier auch alle an einem Strang“, so Matthias. Dafür stehe auch das Bauland, das die Gemeinde für junge Familien erworben hat, die sich in Schinne niederlassen wollen. Erst kürzlich wurden zwei Häuser im Dorf neu an junge Leute vermietet. Die noch freie Fläche werde von einem ansässigen Bauern beackert, wird aber sofort geräumt, wenn ein Grundstück bebaut werden soll. „Wir wollen sehen, dass unser Dorf wächst und eine Heimat schaffen.“ Dafür werde die Infrastruktur erhalten, Kita und Grundschule sichern die Betreuung der Kleinsten. Hier werde um den Erhalt der Grundschule gekämpft, das haben schon einige mitbekommen können, so Matthias. Auch der Konsum, der seit circa einem Jahr wieder betrieben wird, spreche für die zukunftsweisende Richtung Schinnes. Ein Indiz für das Wachsen des Ortes sind die Kinderzahlen, 26 gibt es im Alter bis sechs Jahre. Allein 2010 wurden 10 geboren. Das Ortswappen gibt es seit einem Jahr. Die linke Hälfte ist dem der Ritterfamilie von Borstell entnommen, die drei Ähren stehen für die drei Ortsteile Schinnes. Einer sei nur mündlich überliefert, deshalb sei eine Ähre abgeknickt, erklärte Rogge den Anwesenden. Besonders wichtig, so wurde der Jury berichtet, ist auch das Vereinsleben in Schinne. Seit 1910 besteht der Sportverein, der sein Gelände neben der Grundschule hat. Und auch die nächste Fußballmannschaft ist schon gesichert, bei den 12 Kleinkindern im Ort gibt es nur ein einziges Mädchen. Der Schinnscher Frauenverein bereichert im sechsten Jahr das Dorfleben. Ihr 40. Jubiläum feierten die Karnevalisten in diesem Jahr. Sie haben keinen Elferrat und auch kein Prinzenpaar. Sie seien eben anders als andere, ebenso wie die Gemeinde es ist. Doch es ist wichtig, dass alle in dieselbe Richtung ziehen und das merke man hier im Ort sehr deutlich.

„Wir geben uns Mühe, das Leben auf dem Land bunt, präsent und attraktiv zu gestalten“, erklärte das stellvertretende Ortsoberhaupt. Davon zeigte sich auch die Jury überzeugt. „Alle drei Bewerber haben sich gut präsentiert“, erklärte Sebastian Stoll, als Berater der Wirtschaftsförderung des Landkreises tätig, gestern gegenüber der AZ. Jeder Ort habe signalisiert, dass eine Gemeinschaft da sein muss, damit ein Dorf wirklich Zukunft haben kann. Schade sei, dass sich nur drei Bewerber angemeldet haben. Aber das könne vielleicht auch an der Gebietsreform liegen, die Orte haben teilweise andere Probleme und nicht die Zeit, sich intensiv auf so eine Präsentation vorzubereiten. Seine Gemeinschaft, den Ort und das Vereinsleben in zwei Stunden anspruchsvoll zu zeigen sei keine leichte Aufgabe, die aber von Schinne, Garz und Gladigau sehr gut gemeistert wurde.

Gewinner des vorigen Wettbewerbs war Nitzow, dahinter Jerchel, Schäplitz und Meßdorf . Der diesjährige Sieger beim Steinfelder Bauernmarkt im September in einem würdigen Rahmen verkündet.

Von Bianca Lange

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