Stadtchefin verteidigt Gemeinschaftshäuser und kündigt Projekt an

Schinne: „Gehören in ein Dorf wie die Kirche“

Der größere Saal ist mindestens 100 Jahre alt. Handwerker haben eine durchaus beachtliche Liste vor der Brust. Die Arbeiten sollen im späten Frühling beginnen.
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Der größere Saal ist mindestens 100 Jahre alt. Handwerker haben eine durchaus beachtliche Liste vor der Brust. Die Arbeiten sollen im späten Frühling beginnen.

Schinne – „Mein Grundsatz ist, Dorfgemeinschaftshäuser gehören in ein Dorf wie die Kirche. “ Der Christdemokratin Annegret Schwarz dürfte die geplante Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses in Schinne auch ganz persönlich ins Konzept passen.

Mit dem Beschluss des Haushaltes für 2020 im Stadtrat und der Genehmigung des Zahlenwerkes durch die Aufsichtsbehörde hat das Projekt endgültig grünes Licht.

„Derzeitig laufen die Vorbereitungen für die Ausschreibungen, sodass mit einem Baubeginn am 1.  Juni gerechnet werden kann“, informiert die Bismarker Bürgermeisterin auf Nachfrage der AZ. Das Fachamt im Rathaus rechnet mit Kosten von insgesamt 50 000 Euro.

Ein behindertengerechter Zugang soll möglichst über diesen Nebeneingang hergerichtet werden.

Eine überschaubare Summe, mit der einiges bewegt werden soll. Saniert wird nicht zuletzt der Saalbereich des Komplexes. Handwerker müssen einige Stellen des Mauerwerkes trockenlegen. Sie bringen ein Wärmeverbundsystem an und erledigen entsprechende Putzarbeiten, kurzum: Es wird gedämmt. „Derzeitig treten an der Fassade des Saalbereichs Schäden durch aufsteigende Feuchtigkeit auf. Im Giebelbereich, an der Wetterseite, gibt es Durchfeuchtungen im Mauerwerk“, erläutert die Bürgermeisterin. Und: Arbeiter schaffen einen behindertengerechten Weg über den Nebeneingang. Vorn an der Hauptstraße sei das wegen eines großen Höhenunterschieds unmöglich.

Der Saal wurde zwischen circa 1900 und 1920 errichtet, selbst diese Angabe muss offenbar vage bleiben. Der vordere Bereich an der Straße, kleiner Saal und Küche, wurde circa 1979 gebaut. Der Seitentrakt mit der WC-Anlage auf der Hofseite steht seit 2001/02. Sanieruns- und Renovierungsbedarf bestehe im Übrigen auch im Saal selbst. Die Verkleidungen am Sockel und die an den Stützen müssten erneuert werden, heißt es aus dem Rathaus weiter. Auch der Maler hätte gut zu tun. Die Beleuchtung im Saal des Dorfgemeinschaftshauses wurde bereits 2016 auf LED umgerüstet. Die Liste der Aufgaben in der Bismarker Ortschaft scheint auch ohne das noch lang genug.

„Wenn wir bürgerliches Ehrenamt fordern und fördern wollen, dann muss dieses Engagement auch ein Dach über den Kopf haben. Die Menschen müssen einen Platz haben, um sich zu treffen und ihre Ideen ausleben zu können“, zeigt sich Schwarz fest überzeugt. „Malkurse, Lesenachmittage, Seniorenbetreuung, Sportgruppen, Jahreshauptversammlungen der Feuerwehr und Vereine und ja, auch kleine Familienfeiern sollen möglich sein.“ In der Einheitsgemeinde gebe es eine große Anzahl dieser Treffpunkte, das sei gut so. „Wir haben einen Stadtrat, der mehrheitlich zu den Häusern steht, auch wenn sie Geld kosten. Solange wir es uns leisten können, sollten wir daran festhalten, unterstreicht sie gegenüber dieser Zeitung.

Die Maßnahme wird über das Programm Dorfentwicklung gefördert. Es fließt Geld der Europäischen Union und des Landes. Die Förderquote liegt bei 75 Prozent, unterm Strich sind das circa 36 700 Euro. Insgesamt sind es die besagten 50 000 Euro. Es dürfte nicht das letzte Dorfgemeinschaftshaus in der kommunalen Familie sein, das erneuert werden muss und wird. „Hier können wir etwas zurückgeben und das dörfliche Leben stärken“, spielt das Stadtoberhaupt noch einmal auf Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement an. Und: „In meinen Augen ist eine solche Maßnahme ein Beitrag zur Daseinsvorsorge gegenüber unseren Einwohnern und jenen, die wir zurückgewinnen wollen.“

VON MARCO HERTZFELD 

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