„Da geht dann jeder auf die Bremse“

Schilder, Farbe und Elternstopp: Weg zur Grundschule in Bismark soll sicherer werden

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Die gelben Fußabdrücke sollen die Schulkinder sicher über die Straße bringen. Die Achtungszeichen für Autofahrer könnten mindestens aufgefrischt werden, wenn nicht sogar durch ein auffälligeres Bild ersetzt werden.

Bismark – Für den einen ist er länger, für den anderen kürzer. Unbeschadet sollen sie ihn alle gehen können. Annegret Schwarz kann auf eine Elterninitiative „Sicherer Schulweg“ bauen, seit Herbst existiere diese so richtig. „Unterschriften wurden gesammelt.

Erste Gespräche sind gelaufen, es gibt viele Ideen für unsere Grundschule in Bismark. “ Sogar von Elternparkplätzen, auf denen kurz gehalten werden könnte, ist die Rede. „Doch da müssen wir noch mit dem Busunternehmen reden, dem dürfen wir natürlich nicht in die Quere kommen“, sieht die Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde im AZ-Gespräch noch reichlich Arbeit auf alle Beteiligten zukommen.

So richtig überzeugt sei sie von diesem Vorschlag ja eh noch nicht, macht die CDU-Frau aus ihrem Herzen keine Mördergrube. Andere Ideen scheinen ihr bereits praktikabel und auch schneller umsetzbar. „So brauchen wir Schilder, die man besser wahrnimmt, die aktuellen beachtet kaum jemand.“ Die Bildungsstätte befindet sich an der Wilhelm-Lüdecke-Straße. Gut 260 Mädchen und Jungen drücken dort die Schulbank. Gerade morgens ist vor dem Komplex viel Betrieb. Kinder kommen zu Fuß, andere werden von Eltern gebracht oder fahren mit dem Bus vor. „Wir können noch einiges besser machen“, weiß Schwarz.

Elternvertretung und die daraus geborene Schulweg-Initiative seien wertvolle Partner und sowieso keine Selbstverständlichkeit, lobt die Bürgermeisterin. Es gehe hier auch nicht um Kritik am Rathaus, sondern um „die konstruktive Suche nach Lösungen“, jedenfalls begreife sie das so. Inwieweit in dem Bereich eine Tempo-30-Zone eingerichtet werden kann, lässt Schwarz prüfen. „Einfacher sind solche Regelungen auch mit dem jüngsten Erlass des Landes nicht. Andere mögen da andere Erfahrungen gemacht haben.“ Seit einem halben Jahr kämpfe Bismark um eine Verkehrsberuhigung am Altenpflegeheim. Ohne Erfolg.

Einen Zebrastreifen im Bereich der Schule gebe es bereits, ohne viel Nutzen, und die Chance für einen weiteren seien gering. Die auf den Asphalt gemalten gelben Füßchen seien da schon hilfreich, findet das Stadtoberhaupt. Sie müssten allerdings unbedingt aufgefrischt oder gleich noch besser in Szene gesetzt werden. „Das alte Warnmuster quer über die Straße haben vor einiger Zeit Gemeindearbeiter geschaffen, nun sollten wir daraus vielleicht sogar ein Schulprojekt machen und auch die Kinder zur Farbe greifen lassen.“ Weitere Gespräche zwischen Rathaus, Schule und Eltern-Initiative sind geplant.

Vor der Grundschule habe es schon die eine oder andere knifflige Situation gegeben. „Deshalb machen wir uns ja auch die Gedanken.“ Eine Idee lässt Schwarz auch ganz persönlich nicht los. Irgendwo auf dem Weg nach Thüringen seien ihr lebensgroße Umrisse von Kinderkörpern begegnet, mit Farbe aufgemalt. „Da geht dann jeder noch einmal automatisch und zusätzlich auf die Bremse“, ist die Bürgermeisterin überzeugt. Überlegungen, den Weg sicherer zu machen, soll es übrigens auch für die Sekundarschule geben, auch wenn der Träger hier der Landkreis und nicht die Kommune ist.

VON MARCO HERTZFELD 

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