Zweitplatziert beim letzten Anlauf

Schäplitz setzt beim Dorfwettbewerb auf Gemeinschaft

Ein großes Schild steht vor dem Altmarkhof in Schäplitz.
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Schäplitz will beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ auch in diesem Jahr punkten und vielleicht den Hauptpreis in die Einheitsgemeinde holen. Ein zentraler Gemeinschaftstreffpunkt der Ortschaft ist der Altmarkhof.
  • Lisa Maria Krause
    vonLisa Maria Krause
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Dieses Mal soll es klappen. Schäplitz nimmt nun schon zum fünften Mal am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teil (AZ berichtete).

Schäplitz - „Eigentlich muss man auf Sieg setzen, wenn man mitmacht“, findet Hans-Eberhard Genz, stellvertretender Vorsitzender des Schäplitzer Dorferneuerungsvereins.

Immerhin kann sich die Bismarker Ortschaft gute Chancen ausrechnen. Seit 1999 nimmt sie immer mal wieder teil und konnte ihren Rang in der ersten Instanz auf Landkreisebene steigern. Beim letzten Versuch 2007 erhaschte sie den zweiten Platz. Zur Belohnung gab es 1000 Euro und eine Linde. Was bei einem möglichen Sieg beim diesjährigen Wettbewerb mit dem Preisgeld passiert? „Noch haben wir das nicht entschieden“, erklärt der ehemalige Ortsbürgermeister. Der Verein war maßgeblich an der Bewerbung beteiligt. In der Wettbewerbsmappe hat er zumindest schon ein nächstes Projekt angedeutet: „Wir überlegen, eine E-Ladesäule aufzustellen, um in die Zukunft zu schauen.“ Seit Gründung 1996 hat der Verein in Zusammenarbeit mit den Ortschaftsvertretern und der Kirchengemeinde vieles geschafft, was für die Chancen des knapp 100-Seelen-Dorfes im Wettbewerb spricht. „Ich glaube, das ist unser Vorteil, dass wir uns auf diese drei Säulen stützen. Und alle drei haben alles im Gesamtem im Blick.“ Dass sie als Dorfgemeinschaft in dieser Größenordnung zusammenarbeiteten, mache den Ort erst wohnens- und lebenswert.

Hans-Eberhard Genz, stellvertretender Vorsitzender des Dorferneuerungsvereins, zeigt stolz die Urkunden.

Eines der Großprojekte, das alle aus dem Dorf zusammenbringt, ist der Altmarkhof. Aus der ehemaligen Gaststätte entstand neben Gemeinderäumen und einem Festsaal, der vermietet werden kann, auch eine reich gefüllte Heimatstube auf dem Dachboden. „Wir bekommen immer wieder Spenden, die wir gar nicht alle ausstellen können. Vor Corona kamen oft Schüler- oder Seniorengruppen zu uns, um herumgeführt zu werden und die alten Arbeitsgeräte auch auszuprobieren.“

In der ehemaligen Tenne, einer Scheune, die früher zum Dreschen des Getreides genutzt wurde, nebenan würden oft Gemeinschaftstreffen stattfinden. Wenn nicht die Pandemie wäre, würden derzeit und über das ganze Jahr hinweg Veranstaltungen von dem Dorferneuerungsverein ausgerichtet werden. „Es gab viele Gäste beim regelmäßigen Kaffeetrinken an Sonntagen. Das wollen wir auch wieder machen, sobald es möglich ist.“ Der Kuchen dafür sowie alljährlich für einen Schäplitzer Stand auf dem Steinfelder Bauernmarkt kommt aus dem hofeigenen Steinbackofen. Auch für das gut besuchte Eisbeinessen im Oktober und das Sommerfest werde sonst immer darin gebraten und gebacken.

Die Bismarker Ortschaft hat viel zu bieten: eine Heimatstube zum hautnah Erleben, zum Anfassen und Ausprobieren.

Die Projekte gehen über den Altmarkhof hinaus: Gemeinsam mit der Kirchengemeinde kümmerte sich der Verein um eine neue Zuwegung zur Kirche und das Gießen einer dritten Glocke, um die im Zweiten Weltkrieg geschmolzene zu ersetzen. „Wir haben überall Wegweisersteine aufgestellt und über die Jahre viele Obstbäume entlang der Wege gepflanzt.“

Es werde versucht, mit der Dorfgemeinschaft etwas zu bieten, um wettzumachen, dass beispielsweise Kindergärten nicht in direkter Nähe sind. „Wir versuchen, Dinge zu haben, die man im modernen Leben braucht.“ Statt einer Wettbewerbsdelegation aus verschiedenen Vertretern sei dieses Mal angedacht, dass Kathrin Fischer vom Amt für Wirtschaftsförderung sich alles zeigen lässt. Der Termin für die Begehung ist laut Genz für den 21. Juni angesetzt.

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