Rathaus hält finanziellen Schaden durch Absage für gering

Saat vergebens: Steinfelder Bauernmarkt abgeblasen

Jagdhornbläser sind schon traditionell beim jährlichen Bauernmarkt dabei. 2020 ist alles anders.
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Jagdhornbläser sind schon traditionell beim jährlichen Bauernmarkt dabei. 2020 ist alles anders.

Steinfeld – Der Steinfelder Bauernmarkt im Coronajahr 2020 ist abgesagt. Bürgermeisterin Annegret Schwarz (CDU) hatte ihre Position tags zuvor im Gespräch mit der AZ schon umrissen, seit Mittwochabend hat sie das Votum des Bismarker Stadtrates.

Die Mitglieder haben sich geschlossen gegen die 26.  Auflage in diesem Jahr ausgesprochen. Das Stelldichein in der Ortschaft ist die größte Veranstaltung in der Einheitsgemeinde und zieht auch Menschen an, die nicht aus der Altmark kommen. Das Aus werde mit „schwerem Herzen“ beschlossen.

Die CDU-Bürgermeisterin wollte die Entscheidung nicht allein treffen. Sie habe sich auch die Begründung von Ministerpräsident Reiner Haseloff (ebenfalls CDU) zur Absage des Landeserntedankfestes durchgelesen. Demnach besuchen dieses Fest 40 000 Menschen an zwei Tagen. „Zu uns kommen 10 000 Besucher an einem Tag.“ Schwarz sieht eine ähnliche Dimension und eine Herkulesaufgabe, die Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten. Mindestens bis Ende August sind Großveranstaltungen verboten.

Der Bauernmarkt findet immer am letzten Samstag im September statt. Das Rathaus hätte laut Schwarz dieser Tage mit den stärkeren Vorbereitungen beginnen müssen, was eh schon wenig Zeit gewesen wäre. Finanziell sei noch wenig passiert, kein Vertrag unterzeichnet. Anmeldungen der Händler lagen natürlich vor. „Wir wollten abwarten.“

Quer durch alle Parteien und Wählergemeinschaften gab es Zustimmung. Annemarie Theil (SPD) befürchtete auch, dass das „Management in so kurzer Zeit“ nicht wirklich funktionieren könne. Ähnlich äußerten sich ihr Parteifreund Frank Piotrowski und Ines Pagels (WGB). René Zieher (FWgB), selbst Gastronom, ist überzeugt, dass man im Land erst wieder „ganz klein mit Großveranstaltungen“ anfangen werde.

Dieter Klapötke (AFW) will mit Augenzwinkern den wahren Grund für eine Absage vorhersehen: „Nach 25 Jahren und gutem Wetter werden wir an dem Tag dann mal Regen haben.“ Viele Stadtratsmitglieder mussten laut lachen. Das Ganze war ironisch gemeint, zum Bauernmarkt hat es häufig geregnet. Klapötkes Prognose wurde sich ins Protokoll gewünscht, um sie im September bewerten zu können.  tz

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