Vom Minol-Tanklager zum Sonnenstrom-Produzenten: Erster Solarpark in Kläden geht ans Netz

„Richtig laufen wird er Ende Juni“

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Alle 33 200 Sonnenkollektoren sitzen auf ihren Modultischen. Seit Montag läuft der Testbetrieb für den Solarpark in Kläden. 6,3 Millionen Kilowattstunden erzeugt diese Anlage pro Jahr.

Kläden. Der Solarpark in Kläden ist fertig. Nach rund neun Monaten Abriss- und Bauzeit gehen die Solarmodule ans Netz. Am Montagmorgen haben Mitarbeiter der Firma Syback Solar den ersten Solarpark in Kläden an die Leitungen angeschlossen und in den Testbetrieb geschickt.

„Richtig laufen wird er Ende Juni“, erklärt Geschäftsführer Dr. Sigmar Kapitola gestern gegenüber der AZ. Er selbst sei am Montag auch von Berlin nach Kläden gefahren, um die Anlage zu inspizieren.

Und vielleicht bleibt das auch nicht die einzige Solaranlage der Firma in Kläden. Auch das rund zwölf Hektar große Gewerbegebiet am Ortseingang soll auf Vorschlag der Verwaltung und der Stadträte ein Sondergebiet für Photovoltaik werden. Interessenten für einen zweiten Solarpark gebe es bereits, hatte die amtierende Bauamtsleiterin Annegret Schwarz schon im Februar bei der Stadtratssitzung in Kremkau verraten. Obwohl da noch nicht alle Stadträte damit einverstanden waren, das Gewerbegebiet sei schließlich voll erschlossen, hieß es damals. Auf einen zweiten Solarpark angesprochen, erklärte Kapitola gestern: „Da interessieren wir uns für. Aber wir sind noch nicht dran.“

Noch erreicht die erste Anlage keine volle Leistung. Aber nach dem Testbetrieb wird mit einer Sonnenstrom-Produktion von 6,3 Millionen Kilowattstunden pro Jahr gerechnet. Auf einen einzelnen Tag ist das allerdings schwer herunterzubrechen, sagt der Fachmann. An Sonnentagen werde mehr Strom durch die Leitungen gehen, als beispielsweise an bedeckten Wintertagen.

Das Areal des ehemaligen Minol-Tanklagers in Kläden ist indes kaum wiederzuerkennen. Standen Ende September 2011 noch zahlreiche Betongebäude, Bäume und Zäune auf Gelände, glitzern heute hinter einem silbernen Zaun 33 200 schwarze Sonnenkollektoren in der Juni-Sonne. Befestigt auf 1660 Modultischen. Das Gelände ist so groß wie elf Fußballfelder und war dennoch dem Verfall preisgegeben. Abrissbagger hatten ab Oktober 2011 die nicht mehr genutzten und teils verfallenen Gebäude des Tanklagers über Wochen hinweg dem Erdboden gleich gemacht, kurz danach wurden die ersten Modultische geliefert. 12,5 Millionen Euro hat die Solar-Firma in das Areal in Kläden investiert.

Doch nicht der gesamte produzierte Strom wird in der Altmark bleiben. Weil der Bedarf hier nicht so hoch ist, wird der Sonnenstrom auch in andere Regionen abgeleitet.

Von Bianca Lange

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