Neue Interessengemeinschaft soll Bismarks Einkaufsstraße beleben

Rathaus-Chefin schmiedet Handelsring für Innenstadt

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Bürgermeisterin Annegret Schwarz vor dem Rathaus an der Breiten Straße, der ausgedünnten Einkaufsmeile Bismarks.

Bismark. „So kann es auf keinen Fall bleiben. “ Fast 80 Prozent der Geschäfte in der Bismarker Innenstadt stehen leer, dazu auch einige Wohnhäuser. Das soll sich ändern. Bürgermeisterin Annegret Schwarz hebt einen Handelsring aus der Taufe.

Irgendwann im Frühjahr soll die Auftaktveranstaltung stattfinden. „Vor allem entlang der Breiten Straße soll wieder spürbar mehr Leben herrschen. Das ist ein Traum von mir und ich weiß, dass ihn viele Bürger mit mir teilen“, sagt die Christdemokratin der AZ.

Schwarz: Konzept und langer Atem wichtig

Einfach werde die Sache natürlich nicht. Innenstadthändler hätten es überall schwer. „Das Kaufverhalten der Menschen ändert sich, vor allem durch das Internet.“ Auch lasse sich aus der Breiten Straße schon allein wegen der räumlichen Gegebenheiten nie eine Flaniermeile machen. „Wir brauchen ganz eigene Konzepte und einen langen Atem.“ Momentan nutzen Vereine einige Schaufenster für ihre Informationen oder haben sie für die Festtage geschmückt. Dadurch wirkt die Breite Straße nicht ganz so trostlos.

Wirtschaftsförderin „ein Glücksfall“

Wirtschaftsförderin Lisa Franke

In den Überlegungen spielt Lisa Franke eine wichtige Rolle. „Wirtschaftsförderung gibt es in der Einheitsgemeine schon länger, aber nie mit diesem Stellenwert“, meint Schwarz. Seit Januar 2017 ist sie im Rathaus am Ruder, seit April sitzt Franke an ihrer Seite. „Die Bewerbung dieser jungen Frau ist für uns ein Glücksfall gewesen.“ Sie hat eine Marketing-Ausbildung, bildet sich momentan in Sachen Wirtschaftsförderung neben der Arbeit weiter und hat nicht zuletzt den geplanten Handelsring im Blick. Wie genau der aussehen soll, ist noch offen.

Für die Einheitsgemeinde gibt es bereits zwei Interessengemeinschaften, den Wirtschaftsring und den vielleicht ein Jahr alten Landwirtschaftsring. „Bei meinem Amtsantritt habe ich schnell gemerkt, dass ich einige Leute kenne, aber nicht alle und schon gar nicht alle wichtigen. Deshalb habe ich Türklinken geputzt.“ Dass sie bei zukünftig drei Zusammenschlüssen irgendwann den Überblick verlieren könnte, diese Gefahr sieht die CDU-Frau nicht. „Es geht doch mehr denn je nur gemeinsam.“

Wirtschaftsförderung ist eine freiwillige Aufgabe der Kommunen. „Wir können bis zu einem gewissen Maß für den Rahmen sorgen, die Unternehmen schaffen Arbeitsplätze.“ In der Einheitsgemeinde mit insgesamt rund 8500 Einwohnern fehlen die großen Unternehmen. Handwerker, Landwirte und andere mehr sollen in der Kernstadt Bismark und den kleineren Orten eine Zukunft haben. Mit der Rinderallianz Sachsen-Anhalt verfüge die Gegend auch über mindestens eine Besonderheit.

Konkrete Ideen fehlen noch

Vielleicht werde der eine oder andere Gewerbetreibende zugleich im Wirtschaftsring und im Handelsring mitmischen wollen. „Es wird Überschneidungen geben. Doch das ist durchaus gewollt und sinnvoll.“ Dass bei vielen Überlegungen auch die Kirche mit am Tisch sitzen sollte, daran glaubt die Vielbaumerin übrigens mindestens genauso. „Wir kennen die Trennung von Staat und Kirche, aber gerade im ländlichen Raum brauchen wir die Kirche wie das Dorfgemeinschaftshaus.“ Wie das konkret aussehen soll, muss sich noch zeigen.

Von Marco Hertzfeld

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