Tempofalle schnappt nur nebenan zu

Raser atmen auf: Bismarks Stadtchefin sieht für stationäre Blitzer keinen Platz

Egal, ob nun nachts oder tagsüber, die Blitzer beim Nachbarn Erxleben (Osterburg) arbeiten.
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Egal, ob nun nachts oder tagsüber, die Blitzer beim Nachbarn Erxleben (Osterburg) arbeiten.

Bismark – „Da ich weiß, wo diese Blitzer stehen, nimmt man den Fuß vom Gas. Wobei ich auch schon in Erxleben mit 60 Kilometern pro Stunde geblitzt wurde, weil ich in Gedanken war.“ Bürgermeisterin Annegret Schwarz ist schon des Jobs wegen viel mit dem Auto unterwegs.

In Erxleben und Buchholz stehen permanente Tempofallen. Ansonsten ist der Landkreis Stendal frei davon.

Im westaltmärkischen Arendsee in der weiteren Nachbarschaft denken Politik und Verwaltung zumindest über stationäre Blitzer an der B 190 nach. Eine Bundesstraße zieht sich nicht groß durch das Bismarker Gebiet, wenn es denn allein danach ginge. Auch im Stadtrat sei diese Verkehrsüberwachung bislang nicht großartig Thema gewesen. Die CDU-Frau spricht sowieso lieber über mehr Tempo-30-Zonen.

In den 20 Ortschaften der Einheitsgemeinde wird immer wieder einmal über das Für und Wider von Messsäulen diskutiert. Erst kürzlich ging es im Kremkauer Ortschaftsrat um mögliche Tempobremsen an der Landesstraße 27. Die Hürden für solche Anlagen sind hoch, die Chancen in dem Fall eher gering, das wurde schon bei der Sitzung klar. Die Einheitsgemeinde Osterburg hatte jahrelang für die Geräte in ihrer Ortschaft Erxleben gekämpft und getragen werden sie über den Landkreis. Stendal ist einwohnerstark genug und für ihre Säulen in Buchholz allein verantwortlich. Auch Bismark müsste über den Landkreis gehen. Konkrete Schwerpunkte der Raserei mag Bürgermeisterin Schwarz in ihrem Gebiet auf die Schnelle nicht zu erkennen. „Insbesondere in der Nähe von Einrichtungen.“

Sechs Landesstraßen durchziehen und berühren die Einheitsgemeinde Bismark, dazu 16 Kreisstraßen und gerade einmal 1,7 Kilometer Bundesstraße 188. Die Altmark-Autobahn entsteht mit einigem Abstand, könnte aber auch auf den künftigen Zubringerstraßen einiges für Schnellfahrer verändern. Im Bismarker Rathaus dürfte man dies im Blick haben wollen. Traditionell sind Landkreis und Polizei mit mobilen Messgeräten unterwegs. Die Bürgermeisterin dazu auf Nachfrage der AZ aktuell: „Mobile Blitzer stehen oft in der Einheitsgemeinde. Ich persönlich halte es für ausreichend.“ Und weiter: „Ich glaube, die Verkehrsüberwachung ist wichtig. Gerade in geschlossenen Ortschaften und dort vor Einrichtungen wie Schule, Kita und Pflegeheim. Nur Schilder allein reichen oft nicht aus.“

Es liege offenbar in der Natur des Menschen, meint die CDU-Frau aus Vielbaum. „Wenn ich weiß, da wird kontrolliert, dann halte ich mich doch eher an die Vorschrift. Denn bekanntlich hört bei Geld die Freundschaft auf.“ Das Ordnungsamt der Einheitsgemeinde kontrolliert, wie auch in anderen Kommunen üblich und vorgegeben, den sogenannten ruhenden Verkehr, also nicht zuletzt das Parkverhalten der Menschen. „Seit zwei Jahren fährt unsere Mitarbeiterin auch über Land.“ Das zeige durchaus Wirkung. „Das wilde Parken wird etwas eingedämmt.“ Und noch einmal grundsätzlich: „Ich wünsche mir im Straßenverkehr mehr gegenseitige Rücksichtnahme.“ Ausgesprochene Raserpisten in der Einheitsgemeinde kann Schwarz nicht ausmachen. Eine Diskussion muss damit nicht beendet sein. VON MARCO HERTZFELD 

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