Tourismus: Stadt erfasst für Wegesystem aufwendig alle Schilder

Radnetz-Knoten nicht geplatzt

Eine klassische Radwegkarte steht an der Hauptstraße in Meßdorf. Dazu ist ein ausrangierter Drahtesel gestellt, der mit Blumen im Korb Frühlingsgrüße sendet.
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Eine klassische Radwegkarte steht an der Hauptstraße in Meßdorf. Dazu ist ein ausrangierter Drahtesel gestellt, der mit Blumen im Korb Frühlingsgrüße sendet.

Bismark – Mancher vergleicht es mit dem Malen nach Zahlen. Radeln nach Zahlen soll genauso einfach und bequem sein. Der Weg zur sogenannten knotenbezogenen Wegweisung scheint einigen dann aber doch ein Stück weit holpriger als erwartet und ziemlich aufwendig.

In der Einheitsgemeinde Bismark seien nun jedenfalls erst einmal 152 Schilder ermittelt und genau erfasst worden.

„Wir mussten ja prüfen, an welcher Stelle sie stehen“, erinnerte Bürgermeisterin Annegret Schwarz (CDU). Wenn diese und weitere Unterlagen beisammen sind, werde alles beim Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten, kurz ALFF, eingereicht. „Und dann, erst dann, können wir mit der Ausschreibung beginnen.

Die 152 Schilder an relevanten Radwegen „stehen fast alle und Gott sei Dank auf unserem Grund und Boden“. Auf Land der Deutschen Bahn befinden sich zwei Wegweiser, Schwarz will sie unkompliziert versetzen lassen. In 36 Fällen muss ein Gestattungsvertrag her. Heißt: 34-mal sind Landkreis und Land anzusprechen und dazu zwei private Eigentümer. „Da sind wir im Moment dran“, informierte die Bürgermeisterin im Stadtrat über die Etappe einer Tour, von denen sich Politik und Verwaltung doch einiges erhoffen. Die 20 Ortschaften der kommunalen Familie wollen im Radtourismus spürbar zulegen, der knotenbezogene Radwegebau in Sachsen-Anhalt soll dabei entscheidend helfen.

Die Idee ist nicht neu und stammt nicht zuletzt aus Belgien Mitte der 1990er-Jahre. Anstatt der Ortsnamen müssen sich Radfahrer nur die Nummern der Knotenpunkte auf der geplanten Strecke merken. Darüber hinaus soll sich eine Route leichter abändern und je nach Saison thematisch unkompliziert zusammenstellen lassen. An einem großen überregionalen Radwegenetz dieser Art wird in Sachsen-Anhalt schon länger gearbeitet.

Ob tatsächlich 2020/21 im Nordosten des Landes durchweg nach Zahlen geradelt werden kann, wie noch im Herbst 2019 gehofft, muss sich zeigen. Der Eindruck nach Schwarz’ Ausführungen bei der jüngsten Stadtratssitzung: Im Bismarker Rathaus will man weiter seine Hausaufgaben für das Großprojekt erledigen.

Nummern an Knotenpunkten weisen Radtouristen den Weg. Das von Leader geförderte Vorhaben startete als Pilotprojekt im Norden und Osten Sachsen-Anhalts mit zwölf Verbands- und Einheitsgemeinden. Nicht zuletzt sollen die Radwege der Altmark mit denen der Prignitz und des Havellandes vernetzt werden.

Konzept, Marketing, passende Beschilderung – all das brauche seine Zeit. Darauf hatte Schwarz beispielsweise schon bei einem Runden Tisch zum Tourismus vor fast auf den Tag genau vor zwei Jahren in Kläden hingewiesen. Wichtig seien auch eigene Radwegekonzepte. Und: Alleinstellungsmerkmale wie die hohe Zahl an Großsteingräbern sollten betont werden.

VON MARCO HERTZFELD 

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